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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1911-01-01 · Heft 2 · p. Seite 225

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
55 (1911)
Issue
Heft 2
Article
Beiträge zur Geschichte und Literatur im gaonäischen Zeitalter
Date
1911-01-01
Page
Seite 225 (sequence 6)
Language
German
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Beiträge zur Geschichte und Literatur im gaonäischen Zeitalter. 225 Hatte nun so Saadja, vollauf mit seiner Verteidigung beschäftigt, doch durch die gelegentlichen Belehrungen das Wort der Bibel, daß auch das Harte und Bittere mitunter Süßes zu Tage fördern kann —מעז יצא מתוק י — zu Ehren gebracht, —so hat er dieses selbst, das die Schrift besonders auf das Licht anwendet, — מתוק האור ^עינים—seinem Volke auch gereicht in einer die jüdische Gedankenwelt f<lr alle Zeiten erleuchtenden Schrift, dem religionsphilosophischen Hauptwerk, dem er den Namen כתאב אלאמאנאת ואלאעתקאדאת gegeben hat. Ist dieses auch im weiteren Verlauf der Zeiten in Bezug auf Darstellung überholt worden, haben die von Saadja vertretenen Anschauungen, die im Kaläm wurzeln, auch teilweise eine Umwandlung erfahren, so daß dieses eigentliehe Erstlingswerk der jüdischen Religionsphilosophie — wenn wir von Mokammez und Isak Israeli absehen — hinter einem More Nebuhim des Maimonides zurückstehen muß, so ist es doch für die systematische Behandlung der verschiedenen Probleme des Glaubens und dessen Ausgleiches mit der Vernunft grundlegend geworden. Und, wenn man später an Maimonides die allzustarke Beeinflußung durch den größten griechischen Denker, Aristoteles, getadelt hat, so verdient auch Saadja’s Werk wegen seines An- Schlusses an die seinerzeit herrschende Theorie des Kaläm keine Hintansetzung, zumal bedacht werden muß, daß derselbe einerseits eine sichtliche Befruchtung durch die ältere griechische Philosophie erfahren hat, wie es in jüngster Zeit S. Horovitz1) eingehend und überzeugend dargetan hat, kungen Mebaßer’s richten sich gegen Saadja’s Vergleich der Weisheit mit dem Licht in der Einleitung des Werkes, wobei Saadja meint, daß die Weisheit den Toren in einen Klugen verwandelt, und auch seine bekannte Theorie aufstellt, daß die Finsternis nicht etwas dem Lichte eie• rnentar Entgegengesetztes, sondern nur eine Negation desselben ist. Hiergegen wendet sich Mebaßer mit belanglosen Ausführungen. J) Vgl. dessen Abhandlung im Jahresbericht des Jüd.-Theolog. :Seminars zu Breslau 1909: Ober den Einfluß der griechischen Philosophie auf die Entwickelung des Kaläm. Monatsschrift, 55. Jahrgang. 15

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