Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 55 (1911)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Die Strafe der Ehebrecher in der nachexilischen Zeit
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 213 (sequence 18)
- Language
- German
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Die Strafe der Ehebrecher in der nachexilischen Zeit, 213 kam überhaupt nicht vor Richter auf Erden* 1 * * * * * *). 7, 26 jedoch spricht von der ehebrecherischen Frau und den Folgen des Umganges mit ihr in viel stärkeren, deutlicheren Worten: כי דנים חללים הפילה ועצומים כל הרוגיה. (27) דרכי שאול כיתה יורדות אל חדרי מות, sie hat viele tot niederstürzen gemacht und zahlreich sind die von ihr Erschlagenen. Frankenberg im Kommentare bemerkt hiezu: »חלל und הרוג sind bildliche Ausdrücke für die durch die Ehebrecherin, das heißt, die (gerichtlichen) Folgen des Ehebruches (5, 9 ff.; 6, 32 ff.) ruinierten Existenzen.« Mir scheint auch hier das Gerieht keinerlei Rolle gehabt zu haben, da sonst im Ausdruck irgend ein Hinweis auf die Strafe sich fände. Sind die starken Ausdrücke bildlich, so bezeichnen sie den durch Gottes Gericht vor der Zeit seines Lebens beraubten ge״־ heimen Ehebrecher; der Frau als Veranlassung wird diese Tötung zur Last gelegt ln Prov. 22, 14: שוחה עמוקה פי זרות זעום ה׳ יפול שם und 23, 27: פי שוחה עמוקה זונה ובאר צרה נכריה ist die Ehebrecherin und die Dirne als eine Grube bezeichnet, aus der es kein Entrinnen gibt; Gott läßt nur denjenigen in ihre Hände fallen, auf dem ohnehin der Fluch Gottes lastet und der schwere Strafen von ihm zu gewär■* tigen hat8). *) So heißt es auch bei Menander (in Land's Anecdota Syriaca I, 64 ff.), in dessen syrisch erhaltenen Sprüchen Frankenberg ein Produkt jüdischer Spruchweisheit erkannt hat (Stade’s Zeitschrift für die alttestamentl. Wissenschaft XV, 226 ff.): Ehebruch ist der Weg zum Untergang; wer die Ehe bricht, geht zu Grunde (69, 12). Vgl. Testament Reubens 4: Denn die Hurerei ist es, die den Verstand und die Erkenntnis verwirrt, und sie führt die Jünglinge in den Hades vor ihrer Zeit. Denn es hat auch die Hurerei viele zu Grunde gerichtet. Denn wenn einer auch ein Greis ist oder hochgeboren, so macht sie ihn zur Schmach und zum Gespött bet Beliar und den Menschenkindern. *) Vgl. Sirach 21, 10: Der Weg der Sünder ist mit Steinen gepflastert und da, wo er endigt, ist die Grube des Hades. Smehd p. 191 sagt richtig, daß im Hebräischen gestanden haben muß: תחלת דדך רשע ססוקל ואחריתה באר שחת, der Weg des Sünders ist anfangs