Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 55 (1911)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Die Strafe der Ehebrecher in der nachexilischen Zeit
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 207 (sequence 12)
- Language
- German
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Die Strafe der Ehebrecher in der nachexilischea Zeit. 207 werden nirgends besprochen. Bezeichnend ist hiefür 42, 11: »Mein Sohn, halte deine Tochter in strengem Gewahrsam, daß sie nicht deinen Namen in schlechten Geruch bringe, zum Stadtgespräch und zum Fluch unter den Leuten, daß sie dich nicht in Schande bringe in der Versammlung am Tore«. Aus dem unmittelbar Folgenden ist zunächst klar, daß es sich um die unverheiratete Tochter im Hause des Vaters handelt; auch wenn das hebräische בתך und nicht בתולתך lautete. Sie pflegt Umgang mit einem Freunde, die Nachbarn bemerken es und sprechen abfällig vom Hause des unachtsamen Vaters; in kurzer Zeit verbreitet sich die Kunde davon in der Stadt und man spricht überall von dem un- .züchtigen Verhältnisse1). Der nächste Schritt ist die Besprechung der Schande im Stadttore, wo nach Prov. 31, 31 auch das Lob der tüchtigen und braven Frau gesungen wurde; oder, falls eine Gerichtsverhandlung gemeint ist, könnte nach Deut. 22, 20 an die Entdeckung der Unzucht des Mädchens nach der Verheiratung gedacht werden2). Dafür sprechen die einleitenden Worte zu dieser Ermahnung an den Vater in 42, 9י) : »Eine Tochter ist für ihren Vater ein ') Für קללת hat der Grieche »xl |0ז׳מ\*ץ•* >.aoü, weshaib Smend als Text וקהלת gibt. 2) Smend sagt in mir unverständlicher Weise: »Zuerst entsteht ein Gerede, dann rottet sich das Volk zusammen was zu einer Gerichtsverhandlung führt«. Warum sollte da, trotz 26, 5, eine so ernste Zusammenrottung erfolgen? s) In Synhedr. 100b lautet dieser Satz bekanntlich: בת לאביה מטמונה שוא, מפחדה לא יישן בלילה. בקטנותה שמא תתפתה, בנערותה שפא תזנה, בנדה שמא לא תינשא, נישאת שמא לא יהיו לה בנים, הזקינה שמא תעשה כשפים. Man beachte zunächst die aus der halachischen Literatur genügend bekannten Lebensalter der Frau. Am deutlichsten ist das Alter der Mannbarkeit ausgedrückt als dasjenige, in welchem das Mädchen heiraten soll. Ebenso sagt Rab in Lev. rab. 21,8 Ende: בתך בגרה שחרר עבדך ותנה לי, ist deine Tochter mannbar, erkläre deinen Sklaven für frei und gib sie ihm zur Frau. In מדרש מעשה תירה (bei jeiiinek בית המדרש II, 98) und in פרקידרבינו הקדוש (Schönblum שלשה ספרים נפתחים) ist derselbe Satz R. Akiba zugeschrieben (s. Bacher,