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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1911-01-01 · Heft 2 · p. Seite 206

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
55 (1911)
Issue
Heft 2
Article
Die Strafe der Ehebrecher in der nachexilischen Zeit
Date
1911-01-01
Page
Seite 206 (sequence 11)
Language
German
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206 Die Strafe der Ehebrecher la der nachexilischen Zeit ich, hierin einen Beweis dafür sehen zu können, daß auch zur Zeit Sirachs auf erwiesenen Ehebruch die Todesstrafe stand. Die bisher angeführten Stellen sprechen keineswegs dagegen, da sie die geheim gebliebene Sünde des Ehe- •bruches behandeln, gegen die nur moralische, religiöse und praktische Bedenken seitens des Spruchdichters vorgebracht werden konnten. 3. Es soll hiemit keineswegs in Abrede gestellt werden, daß Ehebruch und unzüchtiger Verkehr der Geschlechter vorkamen. Die häufigen Ermahnungen Sirachs weisen darauf hin, daß Verführung seitens der Männer, wie Lockungen seitens der Frauen und Dirnen dem Spruchdichter große Sorge bereiteten. Aber die Folgen derselben für die Beteiligten in Form von behördlichen Strafen "Weiber machen Verständige abwendig und wer sich an Dirnen hängt, ist tollkühner. (3) Maden und Würmer bekommen ihn za eigen, und wer tollkühn darauf loslebt, wird hinweggerafft. Der Hebräer hat : :יין ונשים יפחיזו לב לנפש עזה תשחית בעליה (vgl. 6, 3: נפש עזה תשחית בעליה ושמחת שונא תשיגם); der Syrer: חמרא ואנתתא מפחזין לבא ודמתדבק לזניתא נאבד. ' נפשא חציפתא תובד מרה ודמהימן בעגל חסיד. רעיכא הר דמחיב נפשא רסני בישתה.♦ Wieso נאבד dem griechischen T0\u.Y)p6Tsp0; entspricht, ist schwer zu sagen. Smend meint, der Grieche habe יאבד gelesen und nach אבירי לב ein neuhebräisches Denominativum, wie in Sanhedr. 109b verstanden; sehr unwahrscheinlich. Soli es etwa;ורועה זונות יאבד לב geheißen haben? רמה ותולעה ינחליהו, wie in 10,11 er wird vor der Zeit sterben. Nicht klar ist 26, 22: »Eine Verheiratete aber wird als Turm des Todes für die, die sich mit ihr einlassen, angesehen werden« (siehe die Kommentare). Geiger, Urschrift 241 meint, daß im Syrer: אגתתא גירתא דלא מידם תתחשבי, אנתתא דנברא דין איך מנדלא הי דמותא לאילין דמתדבקין לה תתחשבי" die Worte אנתתא דנברא das Eheweib des Mannes אשת איש ־=־ bedeuten, das im Gegensätze zum buhlerischen Weibe ein fester Turm ist. דמותא sei erst später hineingekommen, als die Bedeutung von דבברא nicht mehr verstanden und der Satz anders gestellt wurde. Nestles Hinweis auf II Makkab. 13, 5 scheint mir keineswegs das Richtige zu treffen. Freilich wird die Echtheit des Stückes 26, 19—27, das in vielen Handschriften nicht steht, angezweifelt, und sind Schlüsse aus dem angeführten Satze auf *die Todesstrafe für Ehebruch unsicher.

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