Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 55 (1911)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Die Strafe der Ehebrecher in der nachexilischen Zeit
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 201 (sequence 6)
- Language
- German
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Die Strafe der Ehebrecher in der nachexilischen Zeit. 201 gerichtet wurde, was Vers 24 und 26 ohnehin deutlich genug besagen, die von dem Andenken der Frau sprechen. Dann ist ת,?א der Terminus für die Todesstrafe der Unzüchtigen, wie das griechische allein schon das Hinausführen zur Hinrichtung bedeutet, (Pape s. v. htyft* führt hiefür Herod. 6, 91, Xenophon, Anab. 1, 6, 10, Hell. 6, 4, 37 an). Wegen Vers 26 a jedoch und mit Rücksicht darauf, daß mit keinem Worte angedeutet wird, daß die Ehebrecherin auf frischer That ertappt oder durch Zeugen des Ehebruches überwiesen wurde, scheint es mir keineswegs ausgeschlossen, daß es sich hier um eine Frau handelt, die von ihrem Gatten des Ehebruches bloß verdächtigt wird und nach Num. 5, 15 ff. durch das Wasser der Bitterkeit ihrer Sünde überwiesen werden soll. Nach der genauen Vorschrift der Mischna Sota 1, 3 wurde, wie ganz natürlich, eine solche Frau erst vor die Ortsbehörde geführt, vor der der Gatte seinen Verdacht vortrug; die Frau wurde dann von zwei Mitgliedern der Behörde zur obersten Behörde nach Jerasalem geleitet, wo ihre Sache bis zur Entscheidung geführt wurde. Haben wir auch keine Nachrichten darüber, daß dieses Verfahren auch schon zur Zeit Sirachs befolgt wurde, so liegt es in der Natur der Sache, daß der Gatte sich mit seinem Verdachte an seine Ortsbehörde wendete, wenn er diesen überhaupt in die Öffentlichkeit brachte. Die Frau wird dann zur Gemeinde zur Rechtfertigung hinausgeführt; gelingt es auch nicht, sie des Ehebruches zu überführen, so büßen ihre aus Sünde hervorgegangenen Kinder die Sünde ihrer Mutter1); die Frau aber hinterläßt ihren נ) Vgl. Sirach 26, 19: »Mein Sohn, die Blüte deines Alters bewahre gesund und gib nicht Fremden deine Kraft hin. (20) Hast dn aus dem ganzen Feld einen Acker mit gutem Boden ausgesucht, so aäe deinen eigenen Samen im Vertrauen auf deine edle Abkunft. (21) So werden deine Sprößlinge am Leben bleiben und mit dem Freimute, den edle Abkunft verleiht, großwachsen*. Allerdings sieht ■der Gedankengang in diesen Sätzen nicht jüdisch aus und man könnte