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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1911-01-01 · Heft 2 · p. Seite 200

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
55 (1911)
Issue
Heft 2
Article
Die Strafe der Ehebrecher in der nachexilischen Zeit
Date
1911-01-01
Page
Seite 200 (sequence 5)
Language
German
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200 Die Strafe der Ehebrecher in der nachexilischen Zeit. Die Strafe dieser Frau für ihre dreifache Sünde geben die beiden Zeilen vom 24. Vers. Das hebräische Original ist schwer zu. ermitteln. Smend (Die Weisheit des Jesus Sirach 213) bemerkt hiezu: »Syroh. תתקלקל (— sie wird beschimpft werden?), Syr. für a: und auch sie wird aus der Gemeinde herausgehen. Man könnte dazu הוציא Esra 10, 3.19 vergleichen; aber auch von der Hinausführung vor die Stadt oder vor das Haus, etwa zur Todesstrafe, vgl. Genes. 38, 24, Deut. 22, 21.« Hiernach wäre das Hebräische: היא תוצא אל הקהל ועל ילדיה עונותיה יפקדון (nach Exod. 20, 5 פוקד עון אבות על בנים, Edersheim). Was der Dichter vom Schicksal der Kinder im Folgenden sagt, ist ganz klar: sie werden keine dauernden Wurzeln schlagen, und wenn sie erwachsen sind, werden sie keine Kinder bekommen. Der Gedanke ist, daß nur legitime Kinder am Leben bleiben1); die Frau aber hinterläßt ihr Andenken zum Fluch (Jes. 65, 15: והנחתם שמכם לשבועה) und man wird ihrer Schande lange gedenken (Prov. 6, 33 וחרפתו לא תמחה). »Und die sie überleben« wird im Hebräischen, wie schon Smend gesehen hat, והנשארים gelautet haben, wie in Deut. 19, 20 והנשארים ישמעו ויראו, wofür Deut 13, 12; 21, 21 וכל ישראל ישמעו דיראון, Deut. 17, 13 וכל העם ישמעו hat, in all diesen Stellen nach der Bestrafung eines Sünders mit dem Tode. Der Sinn des Satzes ist: die Frau und ihre Kinder gehen zu Grunde und ihr Geschick schreckt andere ab. Dieses scheint mir dafür zu sprechen, daß die Ehebrecherin hinaber der Begriff, der beiden zu Grunde Hegt, ist nicht ganz klar, vgl. Fritzsche. Das Original dürfte gelautet haben: כזנות אפיה הקימה זרע מאיש נכרי, und der Übersetzer machte zwei Sätze daraus. *) Vgl.jer.Kidd.1V, 65d,23; Jebam. VIII, 9c, 64: אמר רבי חניגא אחת לששים לשבעים שנה הקדוש ברוך הוא מביא דבר בעולם ומבלה את הממזרים ונוטל עטהן בשרים שלא■ לפרסם לחטאים, R. Chanina sagte: Einmal in sechzig oder siebzig Jahren sendet Gott eine Pest über die Welt, die alle Kinder aus Unzucht vernichtet, aber auch legitime werden hinweggeraift, damit die Sünder nicht bekannt werden. Vgl. auch Fritzsche zur Stelle und Frankenberg in ZATW. XV, 234.

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