Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 55 (1911)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Die talmudische Literatur der letzten Jahre
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 188 (sequence 12)
- Language
- German
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183 Die talamdische Literatur der letzten Jahre. für dfe andere Stelle gilt. Aus dem is&rrhematischen hat sieh der juxtapositionelle Analogieschluß entwickelt. »Es lag sehr nahe, nachdem man das grammatikalische Wort in der Gestalt des Isorrhems zur Analogie herangezogen, zu demselben Zwecke auch auf das syntaktische Element, auf die Wort- Stellung im Satze zu rekurrieren«. Unter היקש verstehen die Amoräer zwei aufeinanderfolgende Worte oder Satzteile in einem und demselben Verse. »Diese zwei Worte stehen infolge der Assoziation, von welcher die Thora sich leiten läßt, im Verhältnis des M zu S, so daß wir das P bei M ohne weiteres auf S übertragen. Den Unter- und Schlußsatz des juxtapositionellen Analogieschlusses lesen wir aus dem Schlußworte heraus, aber es wäre doch ein Irrtum zu meinen, daß dem היקש aus diesem Grunde der Vorzug vor der ב׳ש zuerkannt werden müsse. Nein, was ihn nach der Behauptung des Talmud gegen jedweden Einwand schützt, ist das kausale Verhältnis, in welchem P zu a steht. Während also im isorrhematischen Analogieschluß der Obersatz lautete: S ist durch i gleich M, hat der juxtapositionelle genau so wie der vollständige Analogieschluß den Übersatz: S ist in a gleich M.« Nachdem der Verfasser die verschiedenen Formen der Analogieschlüsse als Vorstufen des Binjan Ab beleuchtet hat, wendet er sich im dritten Teil seines Buches dem Binjan Ab selbst und seinen einzelnen Entwicklungsphasen zu. Die Ausführung darüber gipfelt in dem Satze: der Binjan Ab ist ein regelrechter Induktions- Schluß. Der Binjan Ab מכתוב אחד ist ein Spezies-lnduktionsschluß, der Binjan Ab משני כתובים ein Genus-Induktionsschluß. Wie seine Vorstufe, der Analogieschluß, gabelt sich auch der Binjan Ab in den rein logischen und den exegetischen Induktionsschluß. Schwarz antwortet also, wie wir gesehen, auf die Frage, ob die talmudische Hermeneutik den Anforderungen der Wissenschaft zu entsprechen geeignet sei, mit einem ent-