Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 55 (1911)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Die talmudische Literatur der letzten Jahre
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 187 (sequence 11)
- Language
- German
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187 Die ialmudische Literatur der letzten Jahre. gen Analogieschlüssen1 entwickelt, die sich von jenen dor Logik nicht inhaltlich, aber formell dadurch unterscheiden, daß erstens bei ihnen die zweite Prämisse mit der Konklusion verbunden und zweitens die Prämisse: S ist in a M an die Spitze gestellt. Beispiel: Terumoth V 4 אמרו בית הלל לבית שמאי הואיל וטהורה אסירה לזרים וטמאה אסורה לנהנים מה טהורה עולה אף טמאה תעלה. »Da die unreine Hebe für den Ahroniden genau so wie die reine Hebe für den Nichtahroniden zum Essen verboten ist, konkludieren die HiHeliten, S ist in a gleich M,* M ist P; ergo ist auch S P.« 4. Die bisher behandelten drei Klassen der hermeneutischen Analogieschlüsse fallen also ihrem Wesen nach mit den Analogieschlüssen der Logik in eines zusammen, da in beiden von der teilweisen auf die vollständige Gleichheit zweier Dinge geschlossen wird. Zwar dienen die hermeneutischen Analogieschlüsse dem besonderen Zweck der Gesetzesinterpretation, da aber in ihnen die biblischen Bestimmungen begrifflich in Parallele gebracht werden, so sind sie rein logische. 5. Die Hermeneutik hat aber auch solche Analogie- Schlüsse, die nicht die biblischen Bestimmungen nach ihren begrifflichen Inhalt in Parallele stellen, sondern den Text der heiligen Schrift interpretieren. Die Logizität auch dieser Schlüsse nach Form und Inhalt ist unanfechtbar, aber wegen ihrer Auslegung des Textes sind sie exegetischer Natur. Exegetische Analogieschlüsse sind die גזירה שוה und. der היקש, oder der isorrhematische und der juxtapositionelle Analogieschluß. Die גזירה שוה ist ein vollständiger Analogieschluß und unterscheidet sich von diesem nur dadurch, daß bei ihr die erste Prämisse nicht S ist in a M lautet, sondern S ist in i (isorrhem) M. Der Zusammenhang zwischen a und P ist ein kausaler, zwischen i und P ein bloß autoritativer: da die Thora den bloß zweimal gebrauchten Ausdruck in der einen Stelle näher bestimmt hat, so schließen wir, daß diese nähere Bestimmung auch■