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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1911-01-01 · Heft 2 · p. Seite 173

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
55 (1911)
Issue
Heft 2
Article
Wie verhielt sich das Judentum zu Jesus und dem entstehenden Christentum?
Date
1911-01-01
Page
Seite 173 (sequence 14)
Language
German
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und dem entstehenden Christentum? 17? Gottes der Schlachtbank auslieferten, wohl Opfer er, aber keine Schlächter sein. Ihre Mitwirkung hatte sonach mit der Verurteilung Jesu ein Ende erreicht. Und so verschwinden sie denn auch, selbst nach den Evangelien, fast gänzlich vom Schauplatze der Kreuzigung. Aber die Leiden und die Schmach, die dem Knecht Gottes zum Zwecke der Welterlösung durch den Mund der Propheten auferlegt wurden, durften Jesu, sollte seine Messianität gegen jeden Zweifel gefeit sein, nicht erspart bleiben. Er mußte alle einschlägigen Prophezeiungen buchstäblich erfüllen. Wer aber sollte die Henkerarbeit verrichten, »daß die Schrift erfüllt werde?« Es blieb also nichts übrig, als die Kriegsknechte des Pilatus damit zu betrauen. Diese Auffassung von dem Opfertod Jesu und der Beteiligung der Juden daran teilten noch die frommen Kirchenlehrer in der Mitte des zweiten Jahrhunderts, und’ sie sahen den letzteren gern ihre »Mitschuld« nach, wenn sie sie bereuten. Hier ein klassisches Beispiel. Bei Justin Martyr sprechen die Juden: »Ja, wenn der Vater wollte,, daß Jesus solches leide, um durch seine Wunden dem Menschengeschlecht Heilung zu bringen, dann hätten wir doch nicht unrecht gehandelt.« Worauf Justin: »Gewiß, wenn ihr eure Sünden bereut, ihn als den Christus anerkennt, seine Gebote haltet und diese eure Entschuldigung vor bringt, wird euch Vergebung der Sünden«1). Am wenigsten aber findet sich bei Paulus eine Anklage gegen die Juden, daß sie Jesum mit ihrem Hasse verfolgt oder gar dem Kreuzigungstod überliefert hätten. Besäßen wir nicht die kanonischen Evangelien, die weit jünger als die paulinischen Briefe sind, wir wüßten weder aus den letzteren, noch aus den sonstigen neutestamentlichen Briefen, noch auch aus der Apokalypse etwas über eine jüdische Verfolgung Jesu. Ist es wohl anzunehmen, daß Paulus, wofern ihm das in den kanoni- 1j Dial. c. 95.

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