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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1911-01-01 · Heft 2 · p. Seite 166

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
55 (1911)
Issue
Heft 2
Article
Wie verhielt sich das Judentum zu Jesus und dem entstehenden Christentum?
Date
1911-01-01
Page
Seite 166 (sequence 7)
Language
German
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66נ Wie verhielt sich das Judentum zu Jesus brechen und in drei Tagen einen anderen bauen, der nicht mit Händen gemacht sei. Aber ihr Zeugnis stimmte noch nicht überein«1). Bei aller Abweichung in einzelnen nicht ganz unwesentlichen Punkten stimmen doch die beiden Berichte in der Hauptsache überein: daß die Anklage wegen Gotteslästerung auf Grund eines Ausspruches erhoben wurde, der Jesu erst nach seinem Tode von dem Hellenisten Stephanus in den Mund gelegt und um dessen Willen letzterer gesteinigt wurde2 *). Denn daß ihn Jesus in Wirklichkeit getan, wird ja selbst von beiden Evangelisten, insbesondere von Marcus, mit dem größten Nachdruck bestritten. Bei Lucas findet sich denn auch diese Anklage nicht vor. Nach ihm war gleich die erste Frage, welche »die Ältesten des Volkes, die Hohenpriester und die Schriftgelehrten« an ihn richteten: »Bist du Christus«®)? — Auch bei Matthäus und Marcus fragt der »Hohepriester« Jesum, ohne sich weiter um die Aussage der Zeugen, die ihm unwesentlich scheint, zu kümmern^ direkt: »Bist du Christus, der Sohn Gottes«4)? — Das wär tatsächlich die eigentliche und ausschließliche Anklage. Sie genügte vollkommen, uih seine Verurteilung herbeizuführen: Sich zum Messias erklären, hieß Gotteslästerer und Aufrührstifter sein. Das wurde selbst nach Matthäus und Marcus als die alleinige Ursache seiner Kreuzigung angesehen: »Und oben zu seinen Häupten,« so heißt es da, »setzten sie die Ursache seines Todes und war geschrieben: dieses ist Jesus, der Jüdenkönig«5). Und wie lautet bei Lucas die Anklage vor Pilatus? 1) Marc. 14, 55-59. 2) Ap. 6, 14; 7, 48. ף Luc. 22, 66-67. ») Matth. 26, 63; Marc. 14, 61. s) Mt. 27,37: xat s7reä71־xav srnävco T־Jfc xs<pa.A7)? T7,v ä 1 t l a. v k.'tA. Und Mc. 15, 26: xo׳.l riv 7j s7u*fpa<pn Tri; äiTi«; o׳.Oto5e-rjTYpafAuivr! y.xa.

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