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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1911-01-01 · Heft 2 · p. Seite 165

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
55 (1911)
Issue
Heft 2
Article
Wie verhielt sich das Judentum zu Jesus und dem entstehenden Christentum?
Date
1911-01-01
Page
Seite 165 (sequence 6)
Language
German
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und dem entstehenden Christentum? 165 herrsch-begierigen Pharisäer, die unter den letzten Hasmonäern eine politische Rolle spielten. Der größte Pharisäerfeind, Alexander Jannäus, der die pharisäische Partei sein ganzes Leben hindurch auf Tod und Leben bekämpfte, fand nicht diese, sondern ihre Auswüchse, die heuchlerischen »Scheinpharisäer«, als die gefährlichen. Auf seinem Todtenbette beschwichtigte er, wie der Talmud berichtet, seine verzagte Gemahlin mit den Worten: »Fürchte dich nicht vor den Pharisäern, auch nicht vor denen, die keine Pharisäer sind, aber fürchte dich vor den Gefärbten, den Scheinpharisäern, welche die Schandtaten eines Simri üben und den Lohn des für Gott eifernden Pinchas, des Sohnes Eleasars, beanspruchen«1). Das waren die Ankläger Jesu. Und die Anklage? Sie ergab sich ihnen von selbst: Aufwiegelung und Empörung gegen Rom. — Matthäus und Marcus bemühen sich allerdings, die politische Spitze der Anklage zu verschleiern und das Vorurteil zu erwecken, daß Jesus der Gottes- ■lästerung, obgleich eine solche nicht nachgewiesen werden konnte, beschuldigt wurde. Nach Matthäus suchten die Hohenpriester und Ältesten und der ganze Rat falsches Zeugnis wider Jesus, auf daß sie ihn töteten, und fanden keines, obwohl viele falsche Zeugen herantraten. Zuletzt traten zwei falsche Zeugen herzu und sprachen: »Er hat gesagt: ich kann den Tempel Gottes abbrechen und in drei Tagen denselben wieder aufbauen«*). Marcus hinwiederum berichtet: »Aber der Hohepriester und der ganze Rat suchten Zeugnis wider Jesum, auf daß sie ihn zum Tode brächten, und fanden nichts. Viele gaben falsches Zeugnis wider ihn, aber ihr Zeugnis stimmte nicht überein. Und etliche standen auf und gaben falsches Zeugnis wider ihn und sprachen: Wir haben gehört, daß er sagte: ich will den Tempel, der mit Händen gemacht ist, ab- 1) Sota 22b. vgl. j. Sota 5, 5. B er ach. 9, 4 u. a. St. Math. 26, 59-62.

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