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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1911-01-01 · Heft 2 · p. Seite 153

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
55 (1911)
Issue
Heft 2
Article
Kürzen und Längen in der Bibel
Date
1911-01-01
Page
Seite 153 (sequence 25)
Language
German
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Kürzen und Längen in der Bibel. 153 des Mißverständnisses, als ob die Stämme an der Eroberung Palästinas sich nicht beteiligen wollten, wäre eigentlieh bis auf die von Moses, wie bereits oben erwähnt wurde, auf feine Weise gerügte Bevorzugung der Schafe vor den Kindern alles in Ordnung. Nun aber beginnen erst ausgedehnte Wechselreden. Eine Weitläufigkeit, die auch dann noch auffallend bleibt, wenn man mit dem Talmud diese Abmachung als das Substrat und Vorbild für bedingungsweise Verträge betrachtet, laut welcher Auffassung R. Meir den Satz aufgestellt hat: »Jeder bedingungsweise Vertrag, der nicht in der Form des mit den Stämmen Rüben und Gad abgeschlossenen Vertrages konzipiert wird, ist ungültig« (Kidduschin 61 ä). Aber die Wechselreden gewinnert eine wahrhaft künstlerische Bedeutung von großer Tragweite, sobald man an der Hand Isak Arama’s in Akeda z. St. erkennt, daß es sich dabei, abgesehen von ihrem soeben besprochenen juristischen Zweck, um eine in feiner Weise durchgeführte ethische Absicht, nämlich um die an die Stämme wegen ihres Hochmuts und gänzlicher Außerachtlassüng Gottes gerichtete und erfolgreiche Zurecht- Weisung handelt. Die Stämme sagen: »Wir wollen uns wacker rüsten vor den Kindern Israels, bis daß wir sie gebracht haben an ihre Stelle ...... Wir werden nicht zurückkehren in unsre Häuser, bis die Kinder Israel für sich erworben haben, jeder sein Erbe« (das. v. 16 ff). Hier ist von Gott mit keinem Worte die Rede, alle voraussichtlichen Erfolge schreiben die Stämme sich selbst zu. Nun beachte man, wie Moses in seiner Antwort die vermessene Rede der Stämme, öhhe es ausdrücklich hervorzuheben, aber dennoch völlig verständlich rektifiziert! »Wenn ihr das tut, wenn ihr euch rüstet vor dem Ewigen zum Kampfe, und es zieht von euch jeder Gerüstete über den Jordan vor dem Ewigen, bis er ausgetrieben hat seine Feinde vor ihm, Und ist das Land unterworfen vor dem Ewigen, und ihr kehrt hernach

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