Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 55 (1911)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Kürzen und Längen in der Bibel
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 152 (sequence 24)
- Language
- German
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152 Kürzen und Längen in der Bibel. nicht entsprechende Erklärung bezeichnet ■wurde, so gibt es für manche Wiederholungen und Längen der Tora in der Tat keine andere. So für die zwölfihälige Aufzählung der einander buchstäblich gleichen Darbringungen der Stätnmesfürsten nach der Tempelweihe (IV; B. Mos. 7, 12 ff). Man wird hier der Erklärung Nächiränides beistimrnen rnü§sei־i, der bemerkt, daß »die Tora absichtlich Namen, Opfer und Opfertage jedes einzelnen Stämmesfürsten ängibt, sich aber nicht damit begnügt, bloß den ersten mit einer genauen Beschreibung seiner Konsekration zu versehen Und dann bezüglich der änderen darauf zu verweisen, denn diese summarische Behandlung ־wäre eine Verküfzuhg der Ehre der übrigen gewesen.« Von diesem Gesichtspunkte ist offenbar aüch die siebenmalige Aufzählung der an den Hüttehfesttagen darzubringenden Opfer zu beurteilen, die abgesehen von der ungleichen Zahl der Farren ganz gleich sind (das. 29, 13 ff). Es sollte eben durch die Wiederholung jeder Tag als ein besonderer Festtag deklariert Werden, Während es in der Vorschrift über die an den sieben Tagen des Pessächfestes därzü bringenden Opfer Summarisch heißt: »So sollt ihr opfern täglich sieben Tage läng uSw.« (däS. 28, 24). Mit dieser Auffassung stimmt bekanhtlich die traditionelle Liturgie vollständig überein. Derselbe, in dem Vorstehenden nachgewiesene Gesichtspünkt der Tö'ra war, wie man nunmehr einsehen wird, für sie bestimmend zu der ausführlichen Behandlung der auf die Stiftshütte bezüglichen Vorschriften und ihrer Durchführung. Es herrscht eben eine vollständige Gleichmäßigkeit hinsichtlich der Anwendung der Kürze und Länge in allen Büchern der Tora, Werth auch, was die Länge betrifft, das vierte Buch davon die meisten Proben därbietet. 3. Besonders hervörzüheben ist in dieser Richtung die ungemein in die Länge gezogene Verhandlung Moses’ mit den beiden Stämmen Rüben und Gäd über ihre An- Siedlung ih Gilead (das. c. 32). Nach vorgängiger Beseitigung