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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1911-01-01 · Heft 2 · p. Seite 132

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
55 (1911)
Issue
Heft 2
Article
Kürzen und Längen in der Bibel
Date
1911-01-01
Page
Seite 132 (sequence 4)
Language
German
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132 Kürzen und Längen in der Bibel. dir sieben Jahre dienen um Rahe], deine jüngere Tochter« (I. B. M. 29, 18). Ein Muster von Kürze und Deutlichkeit. Den Gegenzug bilden die Worte Labans, womit er Jakob nachträglich auch Rahel zu geben verspricht »um den Dienst, den du bei mir dienen wirst noch andere sieben Jahre« (das. das. 27). Hier ist die weitläufigere Genauigkeit in der Zeitbestimmung der Ausdruck des schlechten Ge- Wissens. — Der kurze Vermerk »und siehe ein Traum!־י, der nach dem zweitmaligen »da erwachte Pharao« (I. B. M. 41, 7), nicht aber nach dem erstmaligen (das. das. 4) sich findet, will sagen, wie RSBM z. St. ausführt, daß nunmehr erst der ganze Traumvorgang Pharao zum Bewußtsein gekommen ist, so zu sagen eine exegtische Note im Texte selbst. — Unter den Gebeten ist wohl das denkbar kürzeste das Moses für seine Schwester: »Ach, Herr, heile sie doch U (IV. B. M. 19, 13), worüber sich Berach. 34a sinnige Bemerkungen finden. Diplomatischer Natur ist die kurze Bemerkung über Abraham bei seiner Verhandlung mit Efron über die Höhle Machpela: »Und Abraham verstand.« (L B. M. 23, 16.) Damit wird Abraham der Takt zugeschrieben, womit er herausfühlte, daß es Efron bei aller höflichen Abwehr des Geldes denn doch auf den vollen Kaufpreis ankam. — Von feiner Diplomatie ist auch die kurze, aber inhaltreiche Botschaft der Gesandten Jakobs nach ihrer Rückkehr von Esau: »Wir sind gekommen zu deinem Bruder, zu Esau« (I. B. Mos. 32, 7). Mehr sagen sie nicht, aber das ist auch genug, denn nach dem Midrasch (s. Raschi) wollten die Gesandten damit zu Jakob sagen: »Du hast zwar gemeint, wir würden deinen Bruder finden, aber er benimmt sich gegen dich wie E s a u.« Daß dies der tatsächliche Sinn der kurzen Rede ist, beweist der Gebrauch des Wortes Bruder und die gleichzeitige Anführung seines Namens (wovon eins von beiden, zumal Jakob gegenüber, hätte unterbleiben können) neben der zweimaligen Anwendung

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