Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1910-01-01 · Heft 6 · p. Seite 750

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
54 (1910)
Issue
Heft 6
Article
[Rezension]
Date
1910-01-01
Page
Seite 750 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2829132-2829827-2829834-2890365--38380-2890489
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

750 Besprechungen. »und sein System vernichtete. Er regte noch andere »Zaddikim« zu »offenem Protest an. — Diese so gefährlichen in der nächsten Nähe »gesponnenen Intrigen von seiten des »Alten aus Szpaie« u$w.« Jeder Satz enhäli Unrichtigkeiten. Das Bündnis der Zaddikim existiert nur in der Phantasie des Autors, widerspricht ja auch der letzten Behauptung, daß der »Alle« diese erst zu Protesten angeregt habe. Von den bedeutendsten, den Verwandten des R. Nachman und dem Rabbiner von Berdyczew, erzählt ja H. selbst, daß sieden R. Nachman in Schutz nahmen. Der ganze Chassidismus war ja noch Jeeine 7Ö Jahre alt, und da wimmelt es schon bei H. von ungenannten »Zaddikim« wie von Pilzen und Schwämmen nach dem Regen. Der »Alte« hatte keines der üblichen Attribute, weil er als bedürfnisloser Asket, der sich unter die Ärmsten mischte und mit ihnen von Dorf zu Dorf zog, um ihre Moralität und Religiosität vor Ausschrei־־־ timgen zu hüten, sich jeden Ehrentitel verbeten hatte. Er entstammte keiner adeligen Familie, wie alle alten Chassiditnrabbis, den Baal-Schem nicht ausgenommen. Es waren Männer aus dem Volke, die den alten Gelelirten&del bekämpften, der sich durch Heiraten mit ungebildeten Reichen encanailliert hatte und unerträglichen Hochmut nait Volks- Verachtung zur Schau trug. »Noch besaß er großes Wissen oder Kenntnis der Kabbala.« Ich weiß nicht, ob H. ihn examiniert hat, ich weiß nur so viel, daß dieser Vorwurf noch keinem einzigen Chassidimrabbl erspart blieb, weil dieselben, um den unausstehlichen Gelehrten« dünke! zu vernichten, der aus dem Talmudstudium ein förmliches Schachturnier gemacht hatte, — wie R. Liwa von Prag im Tiferet Israel schon klagt — unter keiner Bedingung ihr Wissen zur- Schau tragen wollten. Wahr ist hingegen, daß der »alte R. Löw von Szpala« der -bedeutendste Schüler des bedeutendsten Gelehrten war, den der Baal-Sehem unter seinen Schülern hatte, nämlich des Verfassers des Toldot Jakob Josef, und daß R. Löw zu den größten Männern seiner Zeit gezählt wird. Endlich ist es durchaus inhaltslos zu behaupten, daß R. Nachman das System des Baal-Schern vernichtete oder zu vernlebten bestrebt war. 'Wir wollen nun sehen, welche Anhaltspunkte R. Löw dafür hatte oder nach dem eigenen Bekenntnisse Horodezky’s dafür haben mußte, um die Lehren R, Nachm aus als Irrlehren zu stigmatisieren. Das ist nicht .Leicht, weil die Arbeit von den grellsten Wider״ Sprüchen geradezu wimmelt und in wirrem Durcheinander aus den verschiedensien Literaturen Begriffe zusammenwürfelt, die mit der jüdischen Religion nur durch Beziehungswahn in Zusammenhang gebracht werden können. Suchen wir einige feststehende Behaupiargen heraus.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.