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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1910-01-01 · Heft 6 · p. 749

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
54 (1910)
Issue
Heft 6
Article
[Rezension]
Date
1910-01-01
Page
749 (sequence 1)
Language
German
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Norodezky, 8. A. Rabbi Nachman von Brazlaw. Beitrag zur Geschichte’ der jüdischen Mystik. Berlin, M. Poppelauer. 1910. 87 S. mit 1 Tfl. 8.. Der Chassidismus ist in der jüngsten modernen Literatur salonfähig geworden. Man vergleiche die Behandlung die ihm The Jewish Encyclopedia angedeihen läßt mit der Mißachtung früherer Tonangeber. Der Meister des Stils Dr. Martin Bu ber hat in den 7 Fabeln des R. Nachman einen literarischen Schatz veröffentlicht.. Ihm folgt Horodezky, Sprößling einer Familie von Wunderrabbis, mit einer Biographie dieses Rabbiners. Die Abhandlung ist für den Kenner dieser Organisation und ihrer Literatur besonders interessant durch die Gelegenheit, welche sie bietet, das Anschauungsprodukt kennen zu lernen, das sich bei einem Autodidakten durch das Aufeinanderstoßen zweier Extreme,, wie kabbalistische und westeuropäische Weltanschauung es sind, herausbildet, namentlich wo die Letztere noch das Filtrum russischnihilistischer Bildung passiert hat. H. setzt bei dem deutschen Leser eine Kenntnis der Geschichte und des Wesens des Chassidismus voraus, die heutzutage selbst dem gebildeten russischen vollständig abgeht. Ihm gilt R־ Nachman als der einflußreichste Reformator des Chassidismus und dessen Schriften, die eine umfangreiche Literatur ausmachen, als tonangebend für dasganze Schrifttum desselben. Er scheint damit Buber und dessen Aufsehen erregenden Veröffentlichungen sekundieren zu wollen. Ein großer Irrtum. Man erzählt, daß Schiller die eigentümliche Idiosynkrasie besaß, sich für seine poetische Schöpfungen an dem Gerüche faulender Äpfel zu begeistern. Als solche ungenießbare Äpfel edler Sorte sind diese Schriften seit ihrem Entstehen von den. Chassidim bei Seite geschoben worden. H. selbst spricht auf Seite 27 von der stillen Gegnerschaft der »Zaddikim« gegen R. Nachman. »Sie hatten! »untereinander ein Bündnis gegen ihn geschlossen. Nur einer trat »öffentlich als Kläger auf. Es war der »Alte aus Szpalie«. Dieser »hatte keines der üblichen Attribute. Er entstammte weder einer »adeligen Familie, noch besaß er großes Wissen oder Kenntnis der »Kabbala. Er war bloß ein treuer, aufrichtiger Anhänger und Verehrer »des Beseht und seines Anhanges. Er konnte es nicht dulden, daß R- »Nachman durch sein Auftreten die Heiligkeit des Ersteren schmälerte:

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