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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1910-01-01 · Heft 6 · p. Seite 722

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
54 (1910)
Issue
Heft 6
Article
Das Wasseropfer und die damit verbundenen Zeremonien
Date
1910-01-01
Page
Seite 722 (sequence 10)
Language
German
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722 Das Wasseropfer und die damit verbundenen Zeremonien. dem שתייה zurückkehren und seine weitere Bedeutung prüfen. Es ist bis jetzt klar, daß der אגן שתייה kosmische Bedeutung haben müsse; das haben die bisher herangezogenen Stellen genügend bewiesen. Wir sind uns seines Zusammenhanges mit der Regenbitte nicht minder bewußt und werden im Auge behalten, daß die Wasserlibation die Herbeiführung des Himmelssegens durch Regengüsse zum Zwecke hat. Wer die bisher behandelten Punkte vorurteilslos prüft, kann sich diesem Eindrücke nicht entziehen. Ein ganz anders geartetes Zwischenglied in der Bedeutungs-Entwickelung des אבן שתיה bilden — aber nur scheinbar — die folgenden Traditionen und zwar Joma 53 b (San’nedr. 23 b, Tanch. Buber II, 59): משניטל הארון אבן היתר! שם מימות נביאים ראשונים ושתיה היתה נקראת גבוה מן הארץ שלש אצבעות ועליה היה נותן [את הדם]► »Als die heilige Lade weggenommen wurde, war ein Stein an deren Stelle seit der Zeit der ersten Propheten, und er hieß שתיה, drei Finger hoch vom Fußboden; auf ihn gab man (das Blut)«; wozu die Parallelstelle der Tosifta (III, 6) lautet: אבן היתד! שם מימות נביאים הראשונים ושתיה היתה נקראת וגבוה מן הארץ שלש אצבעות שבתחילה היה שם ארון נתון עליה משניטל ארון עליה היו” טקטירין קטורת של פני ולפנים► »Ein Stein war dort seit den Tagen der ersten Propheten, er wurde שתיה genannt, drei Finger hoch vom Boden. Ehedem stand die Lade darauf; als sie weggenommen wurde, räucherte man darauf das Räucherwerk des Allerheiligsten«. Hier ist der rituale sakrale Zweck des שתיה deutlich angegeben; er dient als Raucher- und Schlachtopferaltar. Er verliert jedoch seine kosmische Bedeutung beileibe nicht, wenn sie auch allgemach schwindet; sie bricht sich doch überall Bahn und scheint deutlich durch das dichte Gewebe, das sie umspinnt. Hierzu lautet die höchst willkommene Ergänzung der Über-!ieferung des Jerus. Talmud (Joma V, 3): »Bevor die Lade weggenommen war, konnte der Priester beim Leuchten der

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