Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 54 (1910)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Wie verhielt sich das Judentum zu Jesus und dem entstehenden Christentum?
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 704 (sequence 8)
- Language
- German
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704 Wie verhielt sich das Judentum zu Jesus tag bestimmt, und empfiehlt, anders zu beten als sie1). Anders freilich urteilen die Über das Wesen des Urchristentums wohlunterrichteten clementinischen Homilien. Diese prote״ stieren gegen die Unterschiebung, als ob Jesus mit seinen Wehrüfen gegen die »Schriftgelehrten und Pharisäer« die Juden im Allgemeinen treffen wollte. »Unser Lehrer«, heißt es bei Pseudoclernens mit starker Betonung, »hat nur einige unter den »Schriftgelehrten und Pharisäern« Heuchler genannt, nicht alle«2). Die letzte umdeutende und im Geiste einer neuen Zeit redigierende Hand wurde an die Evangelien in einer Zeit gelegt, die schon im Zeichen des antinomistischen Paulinismus und der Johanneischen Logoslehre stand, die nicht nur das Judentum, sondern auch schon das jüdische Christentum verdammte, weil es eine »armselige Vorstellung« von dem Christ hatte und jüdisch lebte. Um diese Zeit wurden in das zweite Kapitel des Evangeliums nach Mathäus die Worte hineingetragen: »Und Joseph kam und wohnte in der Stadt, die da heißt Näzareih, auf daß erfüllt würde, was da gesagt ist durch die Propheten: Er soll Nazarenus heißen«. Denn in dieser Zeit wollte man nicht mehr daran erinnert sein, daß Jesus von der Sekte der Nazaräer herkam; da war das nazaräische und ebionitische Christentum von der Großkirche bereits zu den Ketzern geworfen gewesen. Und dieselbe nachbessernde und umdeutende Hand erkennen wir in den Makarisinen bei IWäthäus wieder. Jesus wendet sich, wie allbekannt, mit seiner Bot- *} Die Lehre der zwölf Apostel VIII,!, 2: Al §8 v־y1<7T8lat uji&v 1x7) &ra*)0־av [/.st« töv OwozptT wv . . . X8 wicrTstisaTS TSTpaoa jc04i TCapy.tfKstniv. My$s ׳rcpQ<reu)£s<jö־s <*><; 01 uTCoxpiTocl *tX. 2) Hom. XI, 28j %<xX yap ö tqu05v evioix; tg>v ts $apL(rac0)v x.oä 01 stotv a<po>|)K7(/ivo& xocl Ta v6(M[x.a <0$ Ypaji.[it.aTsr; t&v o&Xwv ׳rcXetov cISots!;, 0[x0); auTou; 0>g 07coxp1Ta<; x.rl. Und ib. 29: pv)r?j ouv tocuty) (pcav־?) s^p^aTO, Ta