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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1910-01-01 · Heft 6 · p. Seite 671

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
54 (1910)
Issue
Heft 6
Article
Die Juden bei Wilhelm Raabe
Date
1910-01-01
Page
Seite 671 (sequence 31)
Language
German
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Die Juden bei Wilhelm Raabe. 671 Anschauung und stellen uns jedes je einen der wenigen großen Schurken dar, die Raabe überhaupt gestaltet hat. Wäre es dem Dichter darum zu tun gewesen, er hätte wohl in »Abu Teifan«, der sich größtenteils in einer Residenz ■abspielt, oder im »Schüdäerupp«, dessen Schauplatz in dem Schlußteile Wien ist und betrügerische Lieferanten im ita- ]ionischen Kriege von 1859 zeigt, Gelegenheit gefunden, auch schurkische Juden auf die Bühne zu bringen. Auch ein arideres pessimistisches Buch, der »Meister Autor« (1874) bringt nur ganz episodisch einen Juden Salomen Prasem, der aber der Vollständigkeit wegen erwähnt sein mag. Aus demselben Grunde zähle ich »Eulenpfingsten« auf, weil hier einmal Börnes gedacht wird (K. 6), von dem die Tante •Lina als junges Mädchen verstohlen einen Band der gesammelten Schriften liest und im K. XI. die alte jüdische {nicht biblische!} Weisheit (des Predigers XII, I. Anm. des Verf.) für alle Zeit Recht behält: »Freue dich Jüngling in deiner Jugend, ehe denn die bösen Tage kommen, von ■denen du sagen wirst, sie gefallen mir ganz und gar nicht«. Dagegen spielen Juden eine Hauptrolle in zwei anderen Erzählungen der »Krähenfelder Geschichten« in: Frau Salome (Februar 1875) und »Höxter und Corvey« (April 1875), beide zuerst erschienen im 87. B. der Westermannsehen Monatshefte, dann in der genannten Sammlung 1878. Salome, die der Erzählung den Namen gegeben hat ist eine der anziehendsten Gestalten Raabes und mit großer Liebe behandelt »Frau Baronin Salome von Veitor, Ban- •kierswitwe aus Berlin, Millionärin und unzufriedene Weltbürgerir! in den Kauf«, stellt sie uns Justizrat Schölten vor, »reitet vortrefflich, nimmt sich ausgezeichnet aus zu Maultler auf einem Felsvorsprung unter den germanischen Bu״ chen und Tannen, würde jedoch unter den Palmen des Orients auf einem Dromedar sich -״• « »Noch viel besser ausnehmen« unterbricht ihn Salome. »Ei, lieber Justizrat, Sie waren ja nie in Palästina

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