Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1910-01-01 · Heft 6 · p. Seite 661

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
54 (1910)
Issue
Heft 6
Article
Die Juden bei Wilhelm Raabe
Date
1910-01-01
Page
Seite 661 (sequence 21)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
98% known words query
IRI
…/2829132-2829827-2829834-2890358--38283-2890400
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Die Juden bei Wilhelm Ra&be. 661 ־was kannst, kannst de dich wehren, brauchste dich nicht lassen zu treten und brauchst dich nicht zu fürchten vor keinem und den Kuchen wirst du auch dazu bekommen.« 'Moses begreift sehr leicht. Er öffnet bei solcher Ermahnung die funkelnden Augen sehr weit und kneift sie dann zu. »Und ich brauch, wenn ich lern’, mich nicht lassen zu schimpfen und schlagen in der Gasse? Ich kanns ihnen he im zahlen, was sie mir tun?« »Wenn du hast Kunst und wenn du hast Geld, kannst du sie stecken Alle in den Sack... Wenn du sitzest jetzt im Winkel, kannst du denken, du bist die Katz und die Mäus’ tanzen vor dir und pfeifen vor dir zum Hohn. Laß sie pfeifen und lern’. Wenn der jungen Katz sind gewachsen die Krallen, kann sie spielen mit der Maus und die Maus hat das Schlimmste davon.« »So will ich sitzen im Dunkeln und will lernen Alles, was es gibt, und wenn ich alles weiß und habe das Geld, so will ich es ihnen in der Gasse vergelten, was sie mir tun.« Das ist die Saat, die ausgestreut wird von beiden Seiten, und die Frucht ist das Tun des erwachsenen Mo- -ses, des Dr. Theophil Stein. Nichts kann klarer sein, als das. Aber weiter. In den Jünglingsjahren, am Gymnasium, wirds nicht besser. »In einer Ausnahmsstellung (K. 7) befand sich Moses schon durch seine Nationalität und seine Religion, welche ihn hinderten, »in dem Gemeinwesen des Gymnasiums gleichberechtigt mit zu taten und mit zu raten.« Je mehr Wissen er aufhäufte, desto kälter wurde sein Herz, desto kühler sein Kopf. Mit höhnischem Spott er- *drosselte-er den letzten Rest warmer Phantasie, der ihm geblieben war. (S. 72.) »Nicht Werkzeug zum Nutzen und Genuß für sich und die Welt schuf er; Waffen, nur Waffen gegen die Welt schmiedete er.« Mit ererbter und erworbener ׳Geistesschärfe und mit unbarmherziger Logik analysierter sich und seinem Freunde Hans die Erscheinungen des ge-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.