Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1910-01-01 · Heft 5 · p. Seite 594

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
54 (1910)
Issue
Heft 5
Article
Beiträge zur Geschichte und Literatur im gaonäischen Zeitalter
Date
1910-01-01
Page
Seite 594 (sequence 7)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2829132-2829827-2829833-2890227--38228-2890329
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

594 Beiträge zur Geschichte und Literatur im gaonäischen Zeitaltei. wendet sich Saadja zu dem Thema selbst, mit dem, wie׳ er sagt, sich viele beschäftigt haben, darunter auch die Karäer — אלצואתג. — »Jene Partei unter ihnen hat hierin andere Ansichten und stellt Grundsätze auf, aus denen sie verschiedene Abzweigungen des Gesetzes ableiten; hierdurch' verleiten sie zur Sünde, da sie das, was die Gesamtheit als Überlieferung von den Propheten erhalten hat, außer Acht lassen1)«. Was seine Ausführungen betrifft, so will er zunächst seine Ergebnisse darlegen und dann auf die Schlußfolgerungen der Karäer eingehen, um ihre Ansichten und zugleich die Hinfälligkeit ihrer Beweise klarzulegen. Er halte es nicht für nötig, erst das, was diese Neuerer ausgedacht haben, auseinanderzusetzen, um es zu widerlegen, und dann die Meinungen derjenigen, die im Besitz der Wahrheit sind, folgen zu lassen. Dieses Verfahren wenden allerdings die Araber in ihren, die religiösen Dispute behandelnden Schriften an, die ihren Glauben gleichsam als einen Schlußstein betrachten, wogegen sie erst alle Meinungen der älteren Religionen anführen und zuletzt auf die ihrige zu sprechen kommen2 3 * *). »Wir Rabbaniten aber haben innerhalb unserer Religion den Vorrang; wir führen von den Propheten an diesen Namen, da wir ihren Lehren folgen und uns für im׳״ mer an ihre Überlieferungen halten. Jene Abtrünnigen aber weichen auch untereinander ab.« — Des Weiteren ist uns׳■ durch das in Jakob ben Simon’s hebräischer Übersetzung nun vorliegende Werk des Karäers Jeschua ben Jehuda über verbotene Ehen8), u. d. T. 0' הישר, eine Aufzählung der Eheverböte zweiten Grades aus Saadja’s genannter Schrift erhalten, wobei er sich gegen den von den älteren Karäenv zu häufig angewendeten älteren Analogieschluß היקש aus- ג) Vgl. a. a. O. S. 717, Z. 14 fgg. beginnend mit: ובעד הדא. 2) Vielleicht zielt hier Saadja hin auf das von Mohammed geprägte Wort, daß er gleichsam »das Siegel der Prophetie« sei, 3) Vgl. J. Müller, Oeuvres Th. IX, Nr, 136, S 171—173 und: jetzt auch die Ausgabe dieses Werkes von J. Markon, Si-Petersburg 1908, S. 151—152. ~

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.