Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 54 (1910)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Die Ketubbah bei den Samaritanern
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 576 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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576 Die Ketubbah bei den Samaritanern. überall ausgelassen ist. Die Polemik darüber s. גחלת שבעה s. v. in den Anmerkungen zu der Ketubbah. Dieses Wort fehlt auch in meinem cod. 173 (eine Pergamenthandschrift des Jad ha-chasaka des Maimonides, spätestens aus der Mitte des 13. Jhdts: in dem Kapitel, wo der טופס הכתובות sich findet u. zwar.) הלכות יבום וחליצה am Ende vom Kap. IV; Auch in andern kleineren Details unterscheidet sich diese Hs. von den Ausgaben. Ein glücklicher Zufall hat mir nun noch 3 Ketubboth der so wenig gekannten Beni Israel sus Indien in die Hände gespielt. Diese von mehr als einem Gesichtspunkte hochwichtigen Dokumente tragen dazu bei, nicht bloß die Geschichte der Ketubbah zu bereichern, sondern sie geben auch Aufschluß über die Geschichte der Juden in der Diaspora und sind, soweit mir bekannt, die ersten Dokumente dieser Art, die nach Europa gelangt sind; ich verdanke sie der Freundschaft des Herrn Samuel Rachamim Samuel Talkar, eines Mitgliedes der Beni Israel in Bombay. Das erste Formular findet sich in einer handschriftlichen Sammlung von פיוטים ,סליחות und sonstigen Gebeten bei Geburt, Trauung und Tod, (jetzt mein cod. 903), die andern beiden sind wirkliche Ketubboth (Nr. 921 und 922), die aber mit dem Formulare auf das genaueste übereinstimmen und sich nur dadurch davon unterscheiden, daß die verschiedenen Daten, Namen und Summen ausgefüllt und mit Unterschriften der Zeugen versehen sind. Diese habe ich dem Formulare als Varianten hinzugefügt. Über den Ursprung der Beni Israel herrscht noch tiefes Dunkel, und ihr Verhältnis zu den sog. schwarzen Juden von Cochin oder den sog. weißen Juden von Bagdad ist bisher noch eine offene Frage. Die Ketubbah, die ich nun genau so, wie sie in den Hss. vorliegt, zum Abdruck bringe, mit der merkwürdigen Vokalisation, ferner den genauen Angaben in der Hs. über die Art, wie die Verlobung und die Trauung vollzogen wird, die Gebete und Formeln, die da angewendet, die Gedichte, die gesungen