Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 54 (1910)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Die Ketubbah bei den Samaritanern
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 577 (sequence 7)
- Language
- German
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Die Ketubbah bei den Samaritanern. 577 werden, stimmen bis ins kleinste Detail mit den Formularen der Juden aus Cochin überein in סדר תפלות ...»נשי שינגילי וקיק בקוגין Amsterdam 1757 f. 38 b ff., wo aber leider die כתובה selbst ausgelassen ist. Nun aber schließt sich diese Ketubbah mit dem einleitenden Gedicht und allen andern Details eng an die Formeln der Juden in Jemen an, ein unwiderieglicher Beweis dafür, daß die Juden in Indien direkte Abkömmlinge von Juden sind, die aus Südarabien (Jemen) vor mehreren Jahrhunderten dorthin ausgewandert sind und daß sie die Tradition, die sie mitgebracht haben, bis auf den heutigen Tag aufs getreueste bewahrt haben. Angesichts dieser Tatsache kann ihnen der Anspruch, den sie erheben, nicht versagt werden, daß sie vollbürtige Juden sind. Auch ihre äußere Figur erinnert stark an die der Juden in Jemen. Noch ein Dokument soll nun den Schluß dieses Kreises bilden, weil es die alte spanische Tradition repräsentiert, die sich bis auf den heutigen Tag unter den Exulanten in Gibraltar erhalten hat. Durch Jahrtausende von der samarit. getrennt, bietet auch diese manche interessante Berührungspunkte mit derselben, und zwar haben wir hier eine lange genealogische Liste der Vorfahren und eine nicht unbeträchtliche Anzahl von Titulaturen, ferner Bedingungen und Verpflichtungen, die an die alten Formulare sich eng anschließen, und auch hier die Auslassung des Wortes מדאוריתא bei der Angabe des Mohär. Ferner eine Anzahl anderer Bedingungen, die kulturhistorisch interessant sind, wie z. B, daß der Chatan noch eine zweite Frau heiraten darf usw. An manchen Stellen sind die Worte vokalisiert, und ich habe diese Vokalisation beibehalten. Besonders bei den spanischen Ketubboth und Minhagim zeigt sich außerdem noch eine merkwürdige Übereinstimmung mit den samaritan. Traditionen. Ein unverheirateter Mann wird als הבחור zur Thora aufgerufen und in der Ketubbah bezeichnet, dagegen heißt ein verheirateter oder verwitweter Mann stets: הגביר genau entsprechend dem Monatsschrift 54. Jahrgang. 37