Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 54 (1910)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Die Ketubbah bei den Samaritanern
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 575 (sequence 5)
- Language
- German
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Die Ketubbah bei den Samaritanern. 575 den die Vermutung zu gewagt, daß hier Scheiaroth nach der Formulierung des Saadjah vorliegen? Die ganze Form ist sehr archaisch, und der Vergleich mit den "samaritanischen und karäischen bestätigt die Präsumption des hohen Alters, besonders von Nr. IX und Nr. XII, wo die Pflichten der Frau auseinandergesetzt werden. An diese Schetaroth schließen sich nun die Ketubboth der Juden von Jemen an, von welchen ich 3abdrucke: Nr. XIII, XIV eine vollständige Ketubah, Nr. XV eine כתובה ראירכפא, und besonders Nr, XVI eine כתובת אירוסין. Manches, was in den er&teren Ketubboth unvollständig geblieben ist, wird durch diese letzteren jemenischen Texte vervollständigt, die in den meisten Punkten mit jenen übereinstimmen, aber auch manches Neue und Selbständige bieten. Besonders interessant ist hier Nr. XVI (Verlobungsurkunde), wo die Kidduschin von dem »Arussa« der *Arusta« in Gegenwart von Zeugen gegeben werden, und er ihr in der Ketubbah verschreibt 200 Susin 25 Susin von gutem Silber, die der »Mohär der Jungfrauen sind, die ihnen gebühren nach dem Gesetze von Moses und Israel«. Die Hälfte davon wird nach Nr. XIV einer Witwe gewährt. Diese Ketubbah wird hier eingeleitet mit einem Gedichte, und das Formular entspricht im allgemeinen dem Schema, das allen diesen Ketubboth zugrunde liegt. Entnommen sind diese Texte meinem cod. 321, einem wunderschön geschriebenem Gebetbuch der Jemeniten vom Jahre 1769. Ein Vergleich von XIII, XIV, XV mit meinem cod. 6 Jemenischer Siddur vom Jahre 1760 Fol. 298a—299a (B) und mit Fol. 315 (C), wo sich eine Ketubbah selbst findet vom Jahre 2174 1868), ebenso wie mit meinem cod. 791 ,(15.—16. Jahrhundert) Fol. 136 b—137 b, (D) zeigt ganz geringfügige Unterschiede sprachlicher Natur; sie stimmen sonst im Allgemeinen miteinander überein. Die Varianten sind 4n den Noten angegeben. In einem Punkte stimmen jedoch alle bisher erwähnten Dokumente vollkommen überein, nämlich darin, daß hinter dem Mohär das Wort מדאורייתא