Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 54 (1910)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Die Ketubbah bei den Samaritanern
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 572 (sequence 2)
- Language
- German
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572 Die Ketubbah bei den Samaritanern» sprechend dem בבן, womit so viele der Gebete beginnen oder wie die Samaritaner selbst andere Schriftstücke mit Worten: p בתר einleiten, in der Bedeutung wie: »also«, d. h. nach all dem Vorangegangenen. Diesem entspricht wohl das Wort כענת, womit die Briefe der Samaritaner an Arfcaxerxes und Darias beginnen,, in Esra 4, 10. 11; 7.12. Allein diese bestimmte Bedeutung ist hier schon vollständig ahgeschwächt und zu einer bloßen Formel herabgesunken. Aber dieses sind nur nebensächliche Punkte. Der Schwerpunkt jedoch liegt auf der einen Seite in dem Akte der Antrauung und zwar in der Rolle des Bräutigams, des Vaters der Braut, der Zeugen und des Priesters, der Höhe der Morgengabe und ihre Bestimmung, und auf der andern, in der Art, wie dieser Akt zu Protokoll gebracht wird, die Form des Dokumentes, die poetische Einleitung, Datierung und Unter- Zeichnung und die Formulierung der verschiedenen Phasen des Vorganges. Von diesen beiden kann der erstere alt, ja sogar sehr alt sein, der zweite dagegen, d. h. das Aufsetzen einer Antrauungsurkunde, gehört vielleicht der nachbiblischen Zeit an. Ob es babylonische oder ägyptische oder griechische oder römische Vorbilder waren, die als Muster für die Ketubbah gedient haben, wird man nun wohl leichter feststeilen können nach der Veröffentlichung dieser samaritanischen Ketubboth, deren nahe Beziehung zu den jüdischen und besonders karäischen niemand wird leugnen können. Von diesem Gesichtspunkte geleitet und um die vergleichende Untersuchung zu erleichtern, veröffentliche ich hier noch eine Anzahl von Ketubboth aus Hss. in meinem Besitze. An erster Stelle die karäische Ketubbah, wie sie ihrem Gebetbuche erscheint, wo sie einen gesicherten Platz einnimmt. Anstatt diese Ketubbah abzudrucken, verv/eist nämlich Baschjatschi auf den »Siddur« und sagt ausdrücklich, dort sei sie zu finden <אדרה אליהו Fol. 156 c.שטר הכתוב בסדור התפלות). Außerdem haben sich zwei kurze Formeln, die Anan zugeschrieben werden,