Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 54 (1910)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Die talmudische Literatur der letzten Jahre
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 564 (sequence 12)
- Language
- German
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564 Die talmudische Literatur der letzten Jahre, Nach dem »Probeheft« zu urteilen, wird sich die Fromersehe Talmudübersetzung von der Goldschmidts durch zwei Dinge unterscheiden: 1. durch das ungeheure Volumen (11000 Seiten) und 2. dadurch, daß Goldschmidts Übersetzung nicht frei ist von Fehlern, während die Fromersche nicht frei sein wird von richtig übersetzten Stellen. Von Fromer führt der Weg zu einem andern Autor, der zwar nicht durch Unkenntnis, aber gerade dadurch noch schwerer gegen die Wissenschaft im allgemeinen und die rahhinische Literatur im besonderen sündigt. Es ist dies der bekannte Fälscher talmudischer Texte, mit dem so sehr wandlungsfähigen Namen: Salomo Leb Friedland1), Salomo Leb F rie d 1 ä n de r2) und jetzt Salomo Ja’udah A lg az i. Salomo—Leb—Ja’udah Friedland—Friedländer— Algazi hat einen zweiten Band Talmi־‘■ Jeruschalmi, den ersten Teil: Sebachim und Erachin3) veröffentlicht. Interessant ist die Art, wie Friedländer die Echtheit seines Jeruschalmi *beweist« und von einigen ungarischen und gaüzischen Rabbinern »beweisen« läßt. Die Kritik hat nachgewiesen, daß der Kompiiator des ג) Vgl. Schwarz, Die hermeneutische Induktion in der talmudischen Literatur, Wien 1909, S. 132, Anm« 2. 2) Vgl. Monatsschrift 1908, S. 316, Anm. 1. 8) תלמוד ירושלמי מדר קדשים, חלל, ראשון מכפת זבחים ערכין מוגה ומסודר בתכלית ההגה והמדור ומפורש באר היטב על ידי הפירוש השק •שלמה מאתי הצעיד שלמה יאודה ס;ט בהגאון מהר״ם זצ״ל הספרדי מכונה פריעדלעגדעי. Jakob Yider, Szinerväralja (Ungarn). 1909. Auf den D o k t o r t i t e 1, den Fr. bei der Ausgabe des ersten Bandes sich taxfrei verliehen hatte, hat er jetzt verzichtet. Früher wollte er sich den »Ketzern* empfehlen, daher ließ er sich — gewiß in dem Wohnort des Herrn Suliman Benvenisti, »auf dem Wege zwischen Konstantinopel und Ädrianopel* — zum Doktor machen. Als aber die »Ketzer* nicht auf den Leim gingen und seinen »Jeruschalmi« als Fälschung erkannten und es galt, sich von einigen ungarischen und galizischen Rabbinern heilig sprechen zu lassen, da wurde der so leicht erworbene »Doktor« ebenso leicht geopfert. Auch auf den. »Rabbiner« mußte Fr. verzichten.