Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 54 (1910)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Die talmudische Literatur der letzten Jahre
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 562 (sequence 10)
- Language
- German
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562 Die talmudische Literatur der letzten Jahre. von zwei Wörtern, die einen Begriff aasdrücken, das e r st e Wort den Artikel erhält, ist in den tannaitischen Quellen nicht gerade selten1). Wer aber הילכתא גמירי durch »ein Lehrsatz, sie (die Lehrer) sind gelernt worden« oder »ein Lehrsatz, sie (masc. plür.) sind gelehrt worden« übersetzt2), ohne zu wissen, daß das Wort גמץ־יי, das im babylonischen Talmud unzähl i ge m al vorkommt, trotz seiner Passivform in aktivischem Sinn gebraucht wird und »lernen« bedeutet3) —־ der hat den Talmud nie studiert oder das wenige, das er einmal gelernt hat, vollständig äusgeschwitzt. Wie Fromers rabbinische Gelehrsamkeit aussieht, soll hier noch durch ein Beispiel aus dem von Goldschmidt nicht berücksichtigten Teil der »Einleitung« illustriert werden. S. 159 charakterisiert F. den Schulchan Aruch folgendermaßen: »Der Schulchan Aruch ist seinem Wesen nach ein Kommentar zu den Turi’m. Er unterscheidet sich l) Momentan kann ich bloß mit folgenden Beispielen dienen: 1. Nazir VI, 11 הזרוע בשלה (so alle Texte). 2. Toseftha Nasir VI, 1 העולה ראשונה (zweimal). 3. Toseftha Synhedrin XII, 2 [הבית די. 4. Toseftha Makkoth IV, 9 [5 .ה ע י פ ו ת טהורי. Toseftha Kelim 2, VII, 5 ה עופות טהורין. Vgl, noch Toseftha Parah v, 7 ה ח ר ש שוטה וקטן und Mischnah Nasir IX, 1 העוברי כילוליב (ältere Texte י .(הגרים 2j F. meint, man müsse, um diese Übersetzung zu vermeiden, גמירי in גמירא ändern, und beruft sich auf den Druckfehler B. kamma 15 b, ohne zu wissen, daß 4 Seiten weiter, 17 b, in demselben Salz richtig גמירי steht, wie im Text des »Probestückes«. s) Dies hätte F. auch aus Bacher, Ag. bab. Amor. S. 41, Exegetische Terminologie II, S. 30 und Dalman, Gramm, des jüd.-paläst. Aram. S. 229 wissen können. [Vgl. jetzt auch Margolis, Lehrbuch der aramäischen Sprache des babylonischen Talmuds. S. 99*. Im »Probeheft« übersetzt F..גמירי »ist überliefert (wörtlich : gelernt) worden« (!). Er kennt nunmehr auch Dalman und Bacher, Ag. bab. Am. und behauptet jetzt, man müsse ü b er a 11 גמירי in גמירא ändern. Diese hartnackige Verteidigung aus Unkenntnis gemachter Fehler ist noch schlimmer als die Unkenntnis selber].