Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1910-01-01 · Heft 5 · p. Seite 548

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
54 (1910)
Issue
Heft 5
Article
Das Wasseropfer und die damit verbundenen Zeremonien
Date
1910-01-01
Page
Seite 548 (sequence 14)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2829132-2829827-2829833-2890224--38179-2890283
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

548 Das Wasseropfer und die damit verbundenen Zeremonien. Wir haben es hier mit einer zweiten Version derselben Sage zu tun. Die alte Verbindung der שיהין mit dem תהום wird durch den Hinweis auf die Vorgänge bei der Sinaigesetzgebung monotheistisch gefärbt, behält aber doch ihren für uns wertyoilen Charakter, der darin besteht, daß wir die שיתק, durch welche die W as se r 1 i bati o n fließt, in Verbindung mit der Urflut wissen. Und das ist von höchster Wichtigkeit. Handelt es sich doch um den Wassersegen, der schließlich von der Weltflut abhängig ist. Die stete Betonung, daß diese Kanäle in den Urgrund der Erde reichen, bedeutet für die heidnische Antike nichts anderes, als die Hervorrufang der Geister der Fruchtbarkeit durch das Ausgießen der flüssigen Opfergaben. »Wir haben uns zunächst dessen zu erinnern, daß wir als die älteste Basis des Opfers auf dem Boden Palästinas das Hinreichen von Gaben und besonders das Ausgießen von Blut und Flüssigkeit auf den natürliehen mit Löchern als Opferschalen versehenen Felsboden ermittelt haben. Mehrfach ist der Fels unterhöhlt und es führen in die unter ihm liegende Höhle nicht nur Stufen, sondern auch Öffnungen, Ritzen und Löcher von oben, so daß angenommen werden kann, daß die Flüssigkeit durch sie in die Höhle gelangen würde«. Das führt auf den Glauben der Erdgeister (Erdgötter, Höhlengötter), die in der Höhle ihre Wohnung haben in־ derselben Weise, wie die ältesten Bewohner Palästinas vielfach in den zahlreichen Höhlen des Landes als ihren primitivsten Wohnungen hausten«. (Kittel: Studien zur Hebr. Archäologie, S. 152; vgl. Curtiß: »Ursemitische Religion«, S. 207; Benzinger Arch., S. c64, 372, 400). Aber auch hier bringt uns altarabische Sitte und Anschauung willkommene Beleuchtung. »Öfter findet sich unter dem Götzensteine, bez. dem Götzenbilde eine Höhle Ghabgab oder Ab’ab genannt. Dahinein wird geschlachtet... Ähnliche

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.