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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1910-01-01 · Heft 5 · p. Seite 546

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
54 (1910)
Issue
Heft 5
Article
Das Wasseropfer und die damit verbundenen Zeremonien
Date
1910-01-01
Page
Seite 546 (sequence 12)
Language
German
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546 Das Wasseropfer und die damit verbundenen Zeremonien. auf einer fruchtbaren Bergesspitze, Er grub ihn um und entsteinte ihn, bepflanzte ihn mit edler Rebe, baute einen Turm darin und auch eine Kelter grub er. »Er bepflanzte ihn mit edler Rebe«: das ist das Heiligtum; baute einen Turm: das ist der Altar; und grub eine Kelter: das sind die Schithin«. Es kann nicht müßiges Geschwätze, sondern muß uralte Überlieferung sein, die hier durchschlägt und in dem wunderschönen Volksliede vom Weinberge Gottes n der darin gegrabenen Kelter die שיתין erblickt (das.). Es wird uns deshalb nicht wundern, wenn im Genes, rabb. 70, 8 an ganz fremder Stelle eine Beziehung auf das Wasseropfer gesucht und gefunden wird; nämlich: וחנה באר בשדה, זו ציון וחנה שלשה עדרי צאן, אלו שלש רגלים כי מן הבאר ההיא ישקו, שמשם היו שואבים רוח הקדש והאבן הגדולה, זו שמחת בית השואבה והשיבו את האבן, מופה לרגל הבא. »Ein Brunnen auf dem Felde: das ist Zijon; »Siehe drei Schafheerden: das sind die drei Wallfahrtsfeste; »Denn aus diesem Brunnen tränkten sie die Schafe: denn von da schöpften sie heiligen Geist; »Der große Stein: das ist das Wasserschöpf fest; »sie brachten den Stein zurück: bis zum nächsten Wall- > fahrtsfeste. Also, der Jakobsbrunnen wird identifiziert mit der Siloahquelle, aus welcher das Wasser zur Libation geschöpft wird; und der Stein auf der Öffnung des Brunnens deutet auf das Wasserschöpffest hin. Diese mysteriöse Hindeutung wird uns später bei Behandlung des אבן שתיה klarer werden. Hier genüge die Betonung der Tatsache, daß die Vätergeschich׳te zur Erklärung der Wasseropferriten herangezogen wird, um dem Brauche höchste Würde zu verleihen. Die Sage hat denn auch die שיתין, die Erd kan äle; welche zum Tehom hinabführen, treu in der Erinnerung

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