Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 54 (1910)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Das Wasseropfer und die damit verbundenen Zeremonien
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 544 (sequence 10)
- Language
- German
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:544 Das Wasseropfer und die damit verbundenen Zeremonien, 4amit die durchfließenden Flüssigkeiten gleichzeitig ab- :geflossen sein sollten. Wein ist dickflüssiger als Wasser; es mußte also der Wein durch die weitere, das Wasser 4urch die dünnere Öffnung durchlaufen. Zu dem Ausgießenden sprach man: »Hebe deine Hand hoch!« (damit die Opferhandlung allen sichtbar sein könne); denn einmal goß einer das Wasser auf seine Füße und das versammelte Volk bewarf ihn mit den Ethrogfrüchten (Sukka 48 a). :Dies so ausgegossene Getränke floß durch zwei (שיתק) Kanäle1), die bis in die Urtiefe reichten (תהום). Das Wasser insbesondere mußte in den תהום abfließen. Vom Weine ׳wissen wir, daß sein Abfluß in den Abgrund so geregelt war, daß die allmählich sich ansammelnde vertrocknete Weinkruste, die einem Feigenkuchen geglichen haben soll, von Priesterjüngern einmal in 70 Jahren aus dem b)b herworgeholt und verbrannt worden ist (Sukka 49a). Es muß;ausdrücklich bemerkt werden, daß diese שני נקנים כמין שני חוטטק דקים. im Opferkult nicht gleichbedeutend sind mit den שיתק. Deren Bedeutung, welche in der Mischnah weder dem Namen noch der Sache nach erwähnt werden, war den Tannaiten unbekannt. Die Tosefta kennt die שיתק (Tosefta, Sukka III). Daher kommen die unsicheren Vorstellungen über die Aufgäbe der שיתק. — Auch der sonst in solchen Dingen so verläßliche Maimonides läßt uns hier im Stiche; denn auch er meint — im Gegensätze zu den Überlieferungen — daß ׳die שיתק in den Altargrund (יסוד) führen (Maim. Jad ha-Ch,, Maasseh ha-Korb. II, 1 u. Tamid. u. Mussaf X, 7), (vgl. Dünner,;Scholien zu Sukka, p. 152 b) und identifiziert die in den (Grund) gehenden zur Blutaufnahme bestimmten Öffnungen merkwürdigerweise mit den שיתק (Beth ha-Bechirah II, 11). ,Diese Kanäle (שיתק), erfreuen sich einer besonderen Würdigung. Sie sind uralt; ja sie bestehen nach der Sage seit den Tagen der Schöpfung und steilen die Verbindung *) שית ist (nach Barth: Nominalbiläung, S. 7) ein semitisches Drwori