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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1910-01-01 · Heft 5 · p. Seite 543

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
54 (1910)
Issue
Heft 5
Article
Das Wasseropfer und die damit verbundenen Zeremonien
Date
1910-01-01
Page
Seite 543 (sequence 9)
Language
German
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Das Wasseropfex und die damit verbundenen Zeremonien. 543 volklich fast bei allen Völkergruppen. Sie ist also bei den semitischen Völkern Vorderasiens nicht auffallend. Blühen und Welken der Vegetation also auch Geborenwerden und Sterben beim Menschenund in derNatur — dasheißtFrühling־ und Herbst stehen im engsten Konnex mit der Unterwelt. Die Wasserspende nun führt uns in den zahlreichen Mythen und Legenden, die mit ihr zusammenhängen, oft genug zu Unterweltsvorstellungen jüngerer und älterer Schichtung. Wie die Wasserlibation vor sich ging, wird uns. Sukkah 48a (vgl. Joma 26 b) ausführlich geschildert. Es ist dabei wohl zu unterscheiden zwischen dem eigentlichen Opferakte und den großen Festveranstaltungen,, die unter dem gemeinsamen Namen שמחת בית השואכה bekannt waren. Die Libation bestand darin, daß aus der Siloahquelle geschöpftes Wasser in goldenen Gefäßen in feierlichem Zuge durch das Wassertor, das nach dem Talmud daher seinen Namen hatte (Middoth I, 4; 11, 6), herbeigetragen wurde. Posaunen wurden vorschriftsmäßig (יתקעו והריעו ותקעו) geblasen. Es muß aber angemerkt werden, daß. des Wassertors in Nehemia (3, 26; 8, 16; 12, 37) Erwähnung geschieht. Im Osten der Stadt führt ins Kidrontal auch das- Wassertor zum Ophel, so genannt, weil man von hier aus zum Gichon hinabstieg, woher die Bewohner des Tempelberges Wasser holten. Besonders charakteristisch ist die Stelle Neh. 8, 16; hier schildert der Prophet das Sukkothfest. »Das Volk ging hin und brachte die Hütten, jeglicher auf sein Dach, in den Hof oder in den Tempelhof, an das Wassertor oder auf den Platz vor dem Efraimtore ... es. herrschte große Freude«. Zum Altaraufstieg gelangt, wandten sich die Opfernden zur Linken. Dort waren zwei silberne Gefäße (oder silberweiß glänzend von den darüber gegossenen Trankopfern). Diese (silbernen) Becken 1םםלים) hatten Löcher (ומגוקכין כמין חוטמין דקין) eines größer, eines kleiner,.

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