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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1910-01-01 · Heft 5 · p. Seite 541

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
54 (1910)
Issue
Heft 5
Article
Das Wasseropfer und die damit verbundenen Zeremonien
Date
1910-01-01
Page
Seite 541 (sequence 7)
Language
German
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Das Wasseropfer und die damit verbundenen Zeremonien. 541 Das ist es, was geschrieben steht (Jes. 45,8): »Es öffnet sich ■die Erde«; wie das Weib, das sich dem Manne öffnet, »und trage Heil«; denn durch sie sind sie (die Wasser) fruchtbar und bringen der Welt Heil; »und gedeihen lasse emporwachsen zugleich« das sind die Regengüsse. »Ich Gott habe geschaffen zum Bewohnen und zur Einrichtung«. Hierher gehört auch die auf uralten Mythus zurückgehende und mit den babylonischen Urvor- Stellungen übereinstimmende Überlieferung Baba batr. 74 b {vgl. Midr. rabb. קורה, Abschn. 18, Abs. 22; das. בא, Abschn. 15, Abs. 22; das. 13 ,13 בראשית): R. Jehuda im Namen Rabas sagte: Alles, was Gott erschaffen hat in seiner Welt, erschuf er männlich und weiblich; auch Levjathan •<נחש בריה); und Levjathan (נחש עקלתון) erschuf er männlieh und wei blich«. Und das sind ja mythologische Bezeichnungen für תהום, Meer, Urflut (s. Deiches, ZfA. XVII, 394 ff.; Gunkel, Schöpfung und Chaos, passim und jetzt Goldziher, Archiv, S. 25 u. 34, Anm. 1). Allerdings scheint dieser Aneinanderreihung des Auferstehungsgedankens und .der Regenbitte die uralte Vorstellung zugrundezuliegen, als ob das Wasser belebend, in wörtlichem Sinne, zu wirken vermöchte. Nicht als wenn ich das stricte behaupten wollte. Aber es wird wohl kein Zufall sein, daß gerade im Kreise der Völker des vorderen Orients diese Vorstellung in urältester Zeit allenthalben geherrscht hat. Von Wasserspenden sind am häufigsten solche auf das Grab, denn die abgeschiedene Seele ist durstig. Es ist ein regelmäßiger Segenswunsch für den Toten, daß der Himmel regnen möge auf sein Grab. Mohammed goß Wasser auf das Grab seines Söhnchens ,Ibrahim (Wellhausen, Reste arab. Heidentum, S. 182). Vielleicht ist diese Vorstellung nicht ganz unbeachtet in dem bekannten Satze (Jes. 26, 19): יחיו מיתיך נבלתי יקומון כי טל אורות טליך וארץ רפאים תפיל.,, »Aufleben mögen deine Toten, Leichen auferstehen . . . denn belebender Tau ist dein Tau und die Erde soll die Verstorbenen wiedergeben«,

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