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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1910-01-01 · Heft 5 · p. Seite 539

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
54 (1910)
Issue
Heft 5
Article
Das Wasseropfer und die damit verbundenen Zeremonien
Date
1910-01-01
Page
Seite 539 (sequence 5)
Language
German
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Das Wasseropfer und die damit verbundenen Zeremonien. 539 Archäologie2 264. Stade, Gesch. d. Volkes Israel I, 495). Stade, sowie Benzinger sind der Ansicht, daß das spätere Gesetz sie nicht kennt. »Sie mag nur bei bestimmten Veranlassungen gebraucht worden sein, wie dies seitens Davids geschieht, weil seine Helden für das aus dem Brunnen geschöpfte Wasser ihr Leben eingesetzt haben. So wie die Weinlibation bei jeder Opfermahlzeit zu bringen, war kein Grund gegeben (Stade das.). Es ist nicht ganz ohne Belang, daß jer. Sanhedr. 20 a; Ruth. rabb. 2, 9 und Jalk. Chron. 11, 17 den Wunsch Davids, Wasser zu erhalten damit erklären, daß es am Laubhüttenfeste war, am Tage des Wasserausgießens (vgl. Bacher, Agada d. Tann. 2, S. 517 u. Anm. 2). Selbstverständlich ist das ganz aus dem Geiste späterer Zeit heraus zu erklären, aber für die Wertschätzung der einzigen historischen Quelle bedeutungsvoll. Warum .aber wurde die Wasserlibation für das Hüttenfest als besonders geeignet befunden? Diese Frage legt sich der Talmud schon selbst vor. Nachdem wir (Rosch ha-Sch. 16 a) erfahren ובחג גירוני! על המיס־, daß also am Chag, d. i. am Hüttenfeste, der göttliche Beschluß über den Wassersegen des Himmels gefällt wird, folgt daselbst die Frage: ומפני פדו אמרה תורה נסכו מים בהג? אמד הקב׳ה נסכו לפגי מים בחג כדי שיתברכו לכם גשמי השנה, Warum sagt die Thora, gießet Wasser am Chag aus? Gott sagte: gießet Wasser am Chag vor mir aus, damit Euch die Regengüsse des Jahres gesegnet werden. Es ist also eine eminent wirtschaftliche Sache, um die es sich handelt, denn der Regen in der Herbstzeit ist Lebensbedingung für Palästina, wie es ja klar gesagt wird [Thaan. 2b] גשמים היינו פרנסה Regen ist Leben. Und die ganze Symbolik des Hüttenfestes deutet auf diese hohe Bedeutung des Wassers hin; die vier Pflanzengattungen des Feststraußes, sagt R. Elieser (Thaan. 2 b) können ohne Wasser nicht leben und werden zur Begütigung und Be- :schwichtigung der Wassermächte genommen; und ebenso

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