Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 54 (1910)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Das Wasseropfer und die damit verbundenen Zeremonien
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 538 (sequence 4)
- Language
- German
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538 Das Wasseröpfer und die damit verbundenen Zeremonien. Wein und ein Gußopfer von Wasser, denn also sollte in Zukunft am Hüttenfeste geschehen. Das deckt sich ja mit der Ansicht R. Nathans (Taan. 2b): בקודש הסך נסך שכר לה׳ בשני ניסוכין הכתוב מדבר אחד ניסוך המים ואחד ניסוך היין, Die Verdoppelung des Ausdruckes weist auf Wein- und Wassergußopfer hin. Wir dürfen uns daher nicht wundern, wenn Raschi zu Levit. II, 18 notiert: ולא תשבית מלח ונו׳ שהברית כרותה למלח מששת ימי בראשית שהובטחו מים התחתונים ליקרב במזבח במלח וניסוך {1המים בחג. »Lasse das Salz nicht fehlen«, »denn der Bund ist beim Salze geschlossen seit den Tagen der Schöpfung, wo den unteren Gewässern versichert wurde, daß sie mit Salz auf dem Altäre dargebracht und am Chag zur Wasserlibation verwendet werden sollten; was, ohne daß ich eine innere Verwandtschaft behaupten wollte, erinnert an die mehrfach (Sukka 48, Toseft. IV, Sebach. 62, Jom. 26b u. Toseft. 111) angezogene Überlieferung: תייר מעשה בצדוקי אחד שניסך על גכי רגליו ורגמוהו כל העם באתרוגיהן ואותו היום. נפגמה קר; המזבח והניאו בול של מלה וסתמוהו, Ein Sadducäer goß das Wasser auf seine Füße, da bewarf ihn das Volk mit den Ethrogfrüchten; am selben Tage wurde der Altar schadhaft und man verstopfte die Lücke mit einem Salzklumpen. Daß die talmudischen und midraschischen Traditionen das Wasseropfer durchaus als einen uralten Brauch erkennen und würdigen, geht aus den Quellen deutlich und klar hervor. Es ist richtig, die Beschreibungen der Art und Weise der Darbringung dieses Opfers und die Schilderungen des Wasserschöpffestes sind jung. Wir kommen im Verlaufe der Abhandlung noch öfter auf diese Feierlichkeiten und wollen zunächst nur einige Quellen überdas vermutete Alter der WaSserspende befragen. Für das Altertum ist sie auch nach der Anschauung moderner Forscher durch II Sam. 23, 16 und I Sam. 7, 6 bezeugt (vgl. Benzinger, Hebr. v) s. Berliner: Raschi, S. 366, 16.