Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1910-01-01 · Heft 5 · p. Seite 537

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
54 (1910)
Issue
Heft 5
Article
Das Wasseropfer und die damit verbundenen Zeremonien
Date
1910-01-01
Page
Seite 537 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
88% known words query
IRI
…/2829132-2829827-2829833-2890224--38168-2890272
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Das Wasseropfer und die damit verbundenen Zeremonien. 537* seine Füße und das ganze Volk bewarf ihn mit den Ethrogfrüchten. Der tollkühne Sadduzäer, der es so gewagt hat, die* Volksmassen zu reizen, hat es schwer gebüßt; es ist bezeichnend und interessant, daß dieser Revolutionär (zur Steile Sukka 39 a מעשה בצדוקי) gebrandmarkt wird durch die־ Notiz im Jeruschalrm: אית דאמרי שהוא צדוקי דפרה שב» ונגע בו רינ״ז הוא שניסך ברגליו והקטורת של יוה״ב אחד ואית דאמרי דפרה ודיוד״״ב חד ודסוכה חד. Manche sagen, daß der Sadduzäer, der gelegentlich der Zubereitung der roten Kuh R. Jochanan ben Sakkai benützte (um ihn zu verunreinigen) derselbe sei, der das Wasser auf seine Füße gegossen und der das Raucherwerk am Versöhnungstage unrechtmäßig dargebracht habe; manche sagen: der der Parah und des Versöhnungstages sei der eine, und der der Sukkah ein anderer. Hier handelt es sich durchwegs um Gebräuche, die zwisehen Pharisäern und Sadduzäern schwere Konflikte hervorgerufen haben1). Die Wasserspende gehörte dazu. Nicht nur die später ausführlich und umfassend zu besprechenden Feierlichkeiten, die Wasserspenäe selbst war Gegenstand des Streites, einzig und allein deshalb, weil sich in der schriftlichen Überlieferung eine Vorschrift dafür nicht entdecken ließ. Umso heißer entbrannte der Kampf um diese uralte Sitte, die sicherlich schon, bevor es noch «Altar oder Heiligtum gab, in grauer Vorzeit vom Volke mit großer und allgemeiner Feierlichkeit beobachtet worden war. Hat doch schon der Erzvater Jakob nach Targ. Jon. zu Genes. 35, 14 daran gedacht, denn -ויצב יעקב מצבה במקום אשר דבר אחו מצית אבן ויסך עליה נסך ויצק עליה שמן heißt nach dieser alten Quelle nichts anderes als: ■זגסיך עליה ניסוך חמר ניסוך מוי ארוס כדין עתידין למעבד בהגא דמטליא. Er goß darauf ein Gußopfer von *) Büchler: Die Priester und der Kultus im letzten Jahrzehnt des Jerus. Tempels, S. 113 u. 204, sowie desselben: Synhedrian in: Jerusalem, S. 36.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.