Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 54 (1910)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Landrabbiner und Landschreiber in Kurhessen
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 515 (sequence 3)
- Language
- German
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Lnndrabbiner und Land schreib er in Kurhessen. 515 ühm nach Gebühr nicht salariren konnte. »Da sie in spiritualibus, matrimonalibus et aliis causis, die zwischen ihnen verfallen, zu einem Ausländischen gehen müssen,« so leiden .sie Schaden. »Damit weder von den Fürstlichen Regalien und juris dictionalien E. F. Gn. etwas abgehe, die ver-־ wirkte Bußen derselben Vorbehalten und nicht anderwärts hingebracht werden, weniger nicht des vielen Laufens, Unkosten und anderer Beschwehrung abkommen mögen, so :;sind wir entschlossen, nach nunmehr Gott sei dank eingetretenem lieben Frieden einen gewissen Rabbi zur Ent- Scheidung zwischen uns verfallender Streitigkeiten und :anderer Notwendigkeiten willen, dafern es nur mit S. Fürst!. Gn. Consens geschehen mag, in diesem Fürstentum zu bestellen«, so schreiben die Landesvorsteher. Der Bitte war die Bestellung des Rabbi Samuel zu Hildesheim1);.zum Rabbiner der Bistümer Halberstadt (gez. Friedrich Wilhelm, Petershagen, Febr. 9 1650) beigefügt Schon .;am 13. Juni 1655 resolvierte der Landgraf Wilhelm »er sei in Gnaden zufrieden, daß Supplicanten sich um einen tüchtigen Rabbiner bewerben und dessen Bestätigung von ihm gewärtigen«, »damit auch unser Interesse dabei verriret (?), damit zur Schmählerung unserer hohen regalien dergleichen jüdischen juris dictionalien nicht außer Landes und vor fremde Richter gezogen werden möge«. — Schon im folgenden Jahre 1656 —י, Juli 17 — bitten sämtliche Vorsteher des Fürstentums Hessen, der Landgraf möge dem ׳Rabbiner die Bestätigung erteilen. Sie waren bis dahin be-?müht, einen zu diesem Amt tüchtigen Mann auszuforschen und haben erfahren, daß zu Hamburg sich jetzt einer auf- *halte, welcher dieses Amt zum teile allbereits viele Jahre .in der Wallachei mit Ruhm verwaltet habe. Da dieser Mann bereits andere Berufungen habe, haben sie ihn sich gesichert. Der neue Rabbi soll seinen Sitz in Witzen hausen haben, 0 Näheres über ihn im Aufsätze Dr. Lewinskys im »Kaufv,mann-Gedenkbuch S. 325 ff. 33*