Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 54 (1910)
- Issue
- Heft 4
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 499 (sequence 9)
- Language
- German
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Besprechungen. 499 meindegottesdienste vortragen, nicht aber: »Vorbeten« im allgemeinen, wie von vielen fälschlich angenommen wird. Übrigens war der Irrtum, den £, endgiltig beseitigt, nicht so allgemein verbreitet, wie er annimmt. Der letzte, bei dem er die richtige Auffassung findet, ist R. Chanatiel (S. 34, Antn. 3); aber noch R. Menachem Mein sagt in seinem interessanten, jüngst von Last edierten Werke מגן אבות S. י״ז korrekt: והעובר לפני התיבה, שהוא נאמר על י״וז; aus seiner Ausdrucksweise gebt hervor, daß er damit nur etwas Selbstverständliches und Bekanntes sage. Isak Ihn Gajjat, der in seinen הלכות, ed. Bamberger, S. פ״א die falsche Terminologie zuerst anwendet, scheint den Ausdruck nur wenig beachtet, aber seine eigentliche Bedeutung sehr wohl gekannt zu haben, denn er sagt a. a. O. weiter unten: ואומר נשמת והודאות ויוצר ואמת ויציב כדרך כל השנה ועומדין ומתפללין ויורד ש״ץ ואומר במגן וכוי; er weiß also den Ausdruck ויורד auch ohne לפני התיבה richtig anzuwenden. Auf diese Untersuchung folgen bemerkenswerte Ausführungen über das Gebet des Einzelnen und den Ausgleich zwischen diesem und dem Gebet der Gesamtheit. Hierbei gelingt es E. den historischen Hintergrund zu finden für die Baraitha (Tos. Berachoth III, 6): אי] אומרים דבר אחר אמת ויציב אבל אומרין דברים אחר תפלה אפי, סדר וידוי של יום הכפודים. Allerdings genügt dieser Umstand nicht, »die religiöse Anerkennung einer Handlung«־ zu erklären, »deren religiöser Wert recht problematisch ist«. Es ist darum nötig anzunehmen, daß man nach Einführung der Tefilla die alte Sitte, gleich nach der Geulia die persönliehe Andacht zu verrichten und die privaten Bitten vorzubringen, beseitigen wollte, weil man eben auf תיבף לגאולה תפלה besondern Wert legte. Der Grundsatz תיכף לגאולה תפלה bedarf also immer noch einer Begründung und so bleiben wir trotz der geistvollen Darlegungen des Verf. in diesem Punkte bis auf Weiteres auf die »naiven Angaben der Amoräer« angewiesen. Über das »Achtzehngebet« hat E. im. Jahre 1902 in dieser Zeitschrift (auch in Sa.) eine gründliche und mit Recht sehr geschätzte Monographie geliefert. Er hat damals den von Schechter und Dalman veröffentlichten Text der sogenannten palästinensischen Tefilla übersehen. Diesem Umstande haben wir es zu verdanken, daß er hier auf den Gegenstand zurückkommt und unsere Kenntnis von der Geschichte der Tefilla wesentlich bereichert. Auch bei diesen seinen Untersuchungen spielen die Genisa-Fragmente eine hervorragende Rolle. Nach einem solchen Fragment teilt er, weil er ihm beachtenswert erscheint, den Wortlaut der letzten Benediktion mit: [ברכנו אלהינו ושמחנו אדונינו ושלומך שים עלינו (וברכת שלומך [שים 32*