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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1910-01-01 · Heft 4 · p. Seite 497

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
54 (1910)
Issue
Heft 4
Article
[Rezension]
Date
1910-01-01
Page
Seite 497 (sequence 7)
Language
German
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Besprechungen. 497 halte ich es für unumgänglich notwendig, daß man bei der Erklärung eines Textes dessen Wortlaut genau beachte. Die Mischna lautet: המפטיר בנביא הו-א פורס על שמע והוא עובר לפני התיבה והוא נושא את כפיו♦ Dieses הוא und והוא will übersetzt, mit Nachdruck und Betonung übersetzt sein: derselbe soll. . . und derselbe soll; wollte die Mischna das lehren, was E. in ihr findet, dann hätte sie einfach gesagt: המפטיר בגביא פורס על שמע ועובד לפני התיבה etc. In einem eigenen Abschnitt dieses Kapitels 1(S. 13 ff.) behandelt der Verfasser die Frage, »wie die einzelnen Stücke, cüie zu Perisat Schema gehören, sich gebildet haben, wann sie miteinander verbunden, und um welche Zeit sie in die gegenwärtige Reihe gestellt wurden«. Was er hierüber sagt, ist, nach seinem eigenen Geständnis, nur hypothetischer Natur und entbehrt jeder Stütze in der Überlieferung. Daß ויאמר erst später zu den beiden ersten Abschnitten hinzu kam, ist keineswegs bewiesen; warum dieser Abschnitt aus Numeri hinter die beiden Stücke aus Deuteronomium gestellt wurde, wird in der Mischnah Berachoth 11, 2 plausibel begründet: שלהיה אם שמוע נוהג ביום ובלילה ויאמר אינו נוהג אלא ביום. Wäre die Annahme des Verfassers, daß in älterer Zeit nur der Schlußsatz dieses Abschnittes üblich war, richtig, dann wäre erst recht nicht zti verstehen, warum »er am Abend lange Zeit überhaupt nicht rezitiert wurde«; für die Weglassung am Abend war, wenn es sich nur um die Erinnerung an den Auszug aus Ägypten handelte, kein Grund vorhanden. Einen wertvollen Beitrag zur Textgeschichte der das Sch(ma umgebenden Benediktionen (Jozer, Ahaba und Geulla) liefert der Verfasser in seinen lehrreichen Ausführungen 5. 19—32, für welche die Genisafragmente in sehr vorteilhafter Weise ausgenützt wurden deren Wortlaut der Verfasser mitteilt. Sie sind geeignet, manche Schwierigkeit, die in dem bei uns üblichen Texte störend empfunden wird, zu beseitigen. Wenn wir beten: אור חדש על ציון תאיר ומכה כלנו במהרה לאורו, so müssen wir bei dem letzten Worte fragend innehalten. Worauf bezieht sich das Suffix in לאורו? Nach unserem Texte nur auf das vorhergehende אור חדש, und um diese Ausdrucksweise zu verstehen, müssen wir dem Wöitchen אור, das in diesem Satze zweimal vorkommt, zwei verschiedene Bedeutungen geben. Nun erfahren wir aber von E., daß in alten Genisafragmenten der Text lautet: ואור חדש על ציון תאיר.... ונר משיחך תאיר לנו בקרוב ומכה כולנו מהרה לאורו; dann erscheint uns לאורו in ganz anderem »Lichte« und wir sehen, was es ursprünglich an dieser Stelle bedeutet hat, bevor der Text, anläßlich der letzten Redaktion, abgekürzt wurde. Interessant ist auch der Nachweis, daß es früher für alle Tage der Woche Einschaltungen in das Jozer gegeben hat, ähnlich unserem לאל אשר שבת. Daß dem ברכו Monatsschrift, 54. Jahrgang, 32

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