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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1910-01-01 · Heft 4 · p. Seite 495

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
54 (1910)
Issue
Heft 4
Article
[Rezension]
Date
1910-01-01
Page
Seite 495 (sequence 5)
Language
German
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Besprechungen. 495 verstehen: ^דמשומ דמילתא דאפטודי בנביא לא חשבי לי עלמא ליקרא משום דאיתא אפי׳ בקטן. Das scheint aber fraglich, denn nach dem einfachen Wortlaut der Mischna gilt die Norm: קטן קורא בתורה ומתרגם; die verschiedenen Einschränkungen in Bezug auf den קטן sind jüngern Ursprungs. Wahrscheinlicher ist wohl, daß das Lesen des Propheten dem Lesen der Thora gegenüber als minderwertig galt, weil eben die Thora an sich höher bewertet wurde. Dann hat aber der קטן, gerade weil er nach der Mischna auch zum Vorlesen der Thora berechtigt war, ein Anrecht auf Entschädigung, die übrigens dem Vater, bezw. dem Lehrer galt: אלא איכא כבור אביו וכבוד רבו. Diese Auffas-, sung war zur Zeit der Gemara sicher vorhanden, sonst hätte ja R. Papa משום כבוד nicht antworten können; sie dürfte schon zur Zeit der Mischna geherrscht haben, denn in alter Zeit haben sich die Anschauungen in Betreff der Vorgänge im synagogalea Leben nicht so rasch geändert; jedenfalls wäre das Gegenteil erst zu beweisen. »Schließlich — meint E. — ist für die alte Zeit die Sitte, daß Kinder die Propheten lasen, nicht bezeugt, und es wird sich schwer nachweisen lassen, daß der Unterricht den Durchschnitt der Knaben dazu befähigte. Dis Propheten gehörten nicht zu den allgemeinen Unterrichtsfächern . . .« Dagegen ist zu bemerken: המפטיר bezeichnet nicht den, der die Fähigkeit besitzt, den Propheten zu lesen, sondern den, der diese Fähigkeit durch die Tat dokumentiert, den Propheten auch 1 i e s t; wenn auf המפטיר der Nachsatz ואם היה קטן folgt, liegt in der Mischna selbst der Beweis, daß es üblich war, Kinder den Propheten lesen zu lassen. Daß es sich um einen »Durchschnitt« der Knaben handle, ist ja gar nicht nötig; genug, wenn sich der Fall ereignen konnte. Daß aber die Propheten nicht zu den allgemeinen Unterrichtsfächern gehörten, heißt ein großes Wort gelassen aussprechen. Wenn die Mischna, Aboth V, 21, sagt בן חמש שנים למקרא, so versteht sie darunter ohne Zweifel die ganze Bibel, auch die Propheten. Nach einer Baraitha, Chagiga 15a, haben —־ bis auf einen einzigen — sämtliche Kinder, an die Acher die Aufforderung gerichtet hat: פסוק לי פסוקך, Verse aus den Propheten zitiert; Verse aus den Propheten bildeten auch sonst überall die Antwort auf פסוק לי פסוקך, so Gittin 56a, 68a, Chullin 95b (vgl. auch Gittin 57b, 58a), Und doch sollte man in den Schulen die Propheten nicht allgemein gelehrt haben F1) *) Auf die von Blau angeführten Beweise gegen die Auffassung Eibogens antwortet dieser in der REJ, daß sie für die Zeit des R., Simon b. Gamliel, nicht aber für die vor Hillel gelten. Aber unsere Mischna ist nicht datiert und es liegt kein zwingender Grund vor,״

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