Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 54 (1910)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Die Einheit des Herzens bei Bachja
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 482 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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482 Die Einheit des Herzens bei Bach ja. Bedeutung der »Lauterkeit« tiefer als die neuhebräische der »Widmung«; ist aber selbst die Lauterkeit der ganzen Kraft und Prägnanz, die in der Einheit liegt, gewachsen? Hätte Bachja nun beide Ausdrücke schlechterdings gleichgesetzt,, so würde man denken müssen, er hätte sich durch die populäre Form des arabischen Ausdrucks die Eigenart aus der Hand spielen lassen, die vollends er sein ganzes Buch hindurch bestrebt ist, als seinen Hauptgedanken durchzuführen. Er betont es so oft, daß er darum mit der »Pforte der Einheit« <שער היד1וך) beginnt, weil er aus der Einheit,, aus ihrem Begriffe und ihrem Bekenntnis, alle seine »Herzenspflichten« ableiten will. Übrigens beruft er selbst sich auf den Psalmvers, der doch lediglich die Vereinigung des Herzens bedeutet, und nicht die allgemeine Läuterung. Die Übersetzung Saadjas darf hier nicht mitsprechen. Wie hätte er aber von diesem Verse aus als Inhalt der religiösen Gesinnung letztlich die Lauterkeit und Aufrichtigkeit des Herzens hergeleitet haben können? Wie steht es nun zuvörderst aber mit dem Ausdruck »Einheit des Herzens« tatsächlich in diesem ganzen Buche? Nur auf sie und die »Einheit der Handlung« hatte ich eigentlich mich bezogen; erst eine Seite später ziehe ich• die Folgerung auf die »Einheit der Gottesverehrung:«, und ich ziehe sie nicht zurück. Ich hatte mich nur auf das 5. Kapitel berufen, ohne weitere Zitate zu dieser Stelle hinzuzufügen. Die Abhandlung, die Jahre vorher als Vortrag verfaßt war, sollte zu einem bestimmten Termin publiziert werden, während ich auf einer Ferienreise war, und meine Notizen nicht vollständig zur Hand hatte. Aber ich hatte das ergreifend schöne Buch in meiner Jugend bei meinem frommen Vater und Lehrer eifrig gelesen, und mein Gedächtnis hat mich nicht in Stich gelassen. Ich will daher,: nicht bloß zu meiner Rechtfertigung, obwohl diese in philologischen Dingen auch für einen Philosophen als Ehrenpflicht gelten muß, sondern ebensosehr der guten Sache wegen,.״