Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 54 (1910)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Die Emanzipationsbewegung in Bamberg
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 476 (sequence 3)
- Language
- German
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476 Die Emanzipationsbestrebungen in Bamberg. übernahm, das Wort iür die Rechte der Juden kräftig zu ergreifen und sie gegen die Beschuldigungen ihrer Widersacher in Schutz zu nehmen. Sie erhoben sich mit Mut über die Vorurtheile, womit ihre Gegner erfüllt sind, und lehnten, ebenso schön als wahr, die bitten! Vorwürfe ab, deren man sich beständig als Vorwand ihrer Zurücksetzung bedient. — In dem beseligenden Gefühl, Wehrlose vertheidigt zu haben, iegt ein hoher Dank des eigenen Gewissens, wohl der schönste und, beste! Doch können und wollen die Unterzeichneten dem Drange ihres Herzens nicht widerstehen, jenem Danke auch den ihrigen in ergebenster Ehrerbietung Hochihnen darzubringen und den Wunsch auszusprechen, daß die Vorsehung Ihnen Kraft und Ausdauer zur Fortsetzung Ihrer allseitigen heilsamen Bestrebungen verleihen möchte!« Trotz der vielfachen Enttäuschungen, welche die Gemeinden bereits erfahren hatten, setzten sie unentmutigt und unverdrossen, bald vereinzelt, bald mit vereinten Kräften ihre Angriffe und Bemühungen zur Beseitigung veralteter Rechtsschranken fort. Im November 1847 ließ der Gemeindeverstand von Bamberg schon wieder eine Petition durch Dr. Morgenstern, damals Rechtspraktikanten in Bamberg,, später Landtagsabgeordneten in Fürth1), ausarbeiten. Sah. Dessauer, der Auftraggeber dieser Arbeit, setzte sich mit dem ihm persönlich bekannten Dr. Adler in Kissingen, später Landrabbiner in Kassel, brieflich in Verbindung und erhielt von diesem den Bescheid: »Eine Vorstellung und Abordnung ans Ministerium scheint vor allem notwendig,״ ferner müßte man überall mittelbar und unmittelbar einzuwirken versuchen, daß die Berichte, die das Ministerium von den Behörden einfordert, auch günstig ausfallen. Endlieh müßten die Gemeinden zur Vermeidung einer Zer- Splitterung der Kräfte und Mittel einen Verein zur Verbesserung der inneren und äußeren Verhältnisse ins Leben rufen«. Und Rosenfeld bearbeitete am 19. Dezember 1847 vom Standpunkte des erfahrenen Fachmannes, der seine Materie gründlich beherrscht, eine Kritik der §§ 28—84 des. *) Vgl. über ihn »Die bayer. Parlamentarier jüd. Glaubens«, von A. Eckstein S. 17 ff.