Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 54 (1910)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Die Reichssteuern der deutschen Judengemeinden von ihren Anfängen bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 464 (sequence 3)
- Language
- German
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464 Die Reichssteuern der deutschen Judengemeinden von 58 Pfd. Heller vor dem Tode Heinrichs VII., d. i. vor Aug. 1313,, durch Kauf erworben haben; denn nach dem Vertrag von 1324, der hinsichtlich der Verteilung der Speyerer Judengülten an die zum Empfang berechtigten Personen die zeitliche Aufeinanderfolge der Rechtsansprüche gelten läßt, soll Bickenbachs Witwe ihre Jahresgülte vor Heinrich von Köln erhalten (Hilgard, Speyerer U.-B. nr. 354);. die Pfandschafl des letzteren aber rührt, wie anderweitig festgestellt werden kann (Winkeimann, Acta imp. ined. II nr. 563), von Heinrich VII. her. ־״״ Die 1315 der Stadt Speyer verliehenen 300 Pfd. Heller werden 1316 von Ludwig d. B. auf 400 Pfd. Heller erhöht, die nunmehr der Stadt verpfändet sein sollen, bis ihre Einlösung um 4000 Pfd. Heller durch das Reich erfolgt (Winkelmann a. a. O. nr. 462). Diese Erhöhung ist aber in Wirklichkeit nicht zur Ausfiihrung gekommen; vgl. Hilgard, Speyerer U.-B. nr. 354: Urk. v. J. 1324 und ebd. nr. 459: d. d. 1339 Dez. 11, wo nur 300 Pfd. Heller als jahresgülte der Stadt angegeben werden. — Dem Pfalzgrafen Ruprecht weist Ludwig d. B. 1339 die Schuldsumme von 2000 Pfd. H. auf die 700 Pfd. H. jährlich betragende Speyerer Judengülte an, die das Bistum Speyer schon seit 1316 in Pfandbesitz hat; zur Entschä» digung soll Bischof Gerhard von Speyer die ihm entgehenden 2C00 Pfd.. Heller auf die Reichspfandschaft Waibstadt geschlagen erhalten (Remling, U.*B. z. Gesch. d. Bischöfe von Speyer I nr. 566). Die Erhöhung der auf Waibstadt ruhenden Pfandsumme hat in der Tat stattgefunden (vgl. miteinander B., Reg. Ludw. nr. 1266: d. d. 1331 Febr. 28 und B.-H., Reg. Karl nr. 915: d. d. 1349 Apr. 1). Daß der Bischof von Speyer nach Befriedigung des Pfalzgrafen Ruprecht sich wieder im Genuß seiner Jahresgülte befunden hat, beweisen Zeitschr. f. d. Gesch. d. Oberrh. Bd. 26, 95 f.: d. d. 1350 Aug, 5 und B.-H., Reg. Karl nr. 6658: d. d. 1330 Sept. 12. —־ Nachdem die Katastrophe über die Speyerer Judengemeinde hereingebrochen ist, wird deren!unterlassenes Gut von Karl IV. der Stadt Speyer geschenkt (B.-H., Reg. Karl nr. 903: d. d. 1349 März 29), die nun ihrerseits die Verpfüchtung übernimmt, die Ansprüche des Pfalzgrafen Ruprecht zu befriedigen (Hilgard, Speyerer U.*B, Seite 465: d. d. 1349 Sept. 17). Zu 21 1337 setzt Bischof Gerhard von Speyer die Höhe der Jahressteuer der Juden in Landau, Lauterburg, Deidesheim, Bruchsal, Waibstadt und Udenheim für die Dauer von 10 Jahren auf 700 Pfd. Heller fest (Zeitschr. f. d. Gesch. d. Oberrh. Bd. 26, 82). Die Be- Steuerung der Juden in Landau, Deidesheim, Bruchsal und Udenheim durch den Speyerer Bischof ist unbedingt auf die Verpfändung des Jahres 1315 zurükzuführen; denn diese Orte werden in dem unter Bischof Mathias von Räumung (1464—1478) aufgestellten Verzeichnis