Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 54 (1910)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Die Ketubbah bei den Samaritanern
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 449 (sequence 17)
- Language
- German
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Die Ketubbah bei den Samaritanern. 449 Aber dieser ist eigentlich jetzt nicht mehr gebräuchlich, und an seine Stelle ist die Ketubbah getreten, die ich hier veröffentliche. Daß aber ein kurzes Verlobungsdokument einmal bei ihnen gebräuchlich gewesen ist, ersieht man aus den kurzen Formularen, die Harkavy im Namen von Anan in seinen ^Likkute Kadmonijjot« II, S. 118 herausgegeben hat Außerdem haben sich noch direkte Formulare in Hss. erhalten, auf die ich weiterhin verweisen werde. Denn auch in jüdischen Dokumenten findet sich so etwas wie מתנא קמייתא besonders in der Ketubbah der Juden aus Jemen, welche zwar unterschieden wird von dem Mohär, aber jedenfalls als ein Geschenk betrachtet wird, das der Bräutigam der Braut vor der Trauung macht; und in einer der Varianten der Ketubbah bei Jehuda ben Barsillai (ed. Haiberstam S. 55) gibt der Bräutigam außer dem Mohär noch ein Geschenk von ebenfalls 200 Denaren, von denen eine Hälfte der Braut gehört und die andere Hälfte für die Kinder reserviert wird, die aus der Ehe entspringen, wahrscheinlich Nachklänge der alten Zweiteilung des Mohär, wie sie sich bei den Samaritanern erhalten hat. Der Geldwert des Mohär durch Kerita oder Kerat ausgedrückt, entspricht ganz der jüdischen Tradition. 1 Schekel 100 Kerita. Die Karäer scheinen auch Kenntnis von dieser Münze gehabt zu haben, denn Jefet ben Ali rechnet den Schekel und Gera u. a. auch in Kerat um (Harkavy a. a. O. 206 zu S. 127, vgl. Zunz, Z. G., S. 545 über קיראט). Auf einen Punkt in der samarit. Ketubbah, der kulturhistorisch von nicht geringem Interesse ist, möchte ich nun hinweisen, und zwar auf die lange Reihe von Ehrenbezeichnungen und Titulaturen. Je höher man hinaufgeht in der Literatur, besonders in der Briefliteratur, desto auffallender erscheint die Ähnlichkeit. Es mag ja orientalische Sitte sein, Komplimente zu häufen, aber es kommt darauf an, was als Kompliment betrachtet wird, worauf spezielles Gewicht gelegt wird und was öffentlich als Verdienst anerkannt 29 Monatsschrift 54. Jahrgang.