Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 54 (1910)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Die Ketubbah bei den Samaritanern
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 447 (sequence 15)
- Language
- German
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Die Ketubbäh bei den Samaritanern. 447 einigermaßen entspricht, wie überhaupt die ganze Situation ähnlich der altbiblischen ist, die sich in der samarit. wieder* spiegelt. Von einer Morgengabe kann natürlich bei Tobit nicht die Rede sein, wenn man bedenkt, daß Sarah, die Braut, die Ursache des Todes aller vorherigen Bräutigame war. Aber in der Mischnah Ketubboth I, 2 wird schon eine bestimmte Summe festgestellt, die der Bräutigam geben muß: einer Jungfrau hat er 200, einer Witwe die Hälfte zu geben; und noch viel merkwürdiger ist, daß daselbst 1, 3 erzählt wird, daß das Kollegium der Priester für eine Priesterstochter eine erhöhte Morgengabe festgesetzt habe, und zwar eine Verdoppelung, anstatt 200 Sus 400 Sus, und daß die חכמים dagegen nicht protestiert haben. בית דין של כהנים היו מבין לבתולה ארבע מאות זוו ולא מיחו בידם חכמים. Ferner heißt es das. V, 1: »Wird sie verwitwet oder geschieden, sei es bei der Verlobung oder bei der Verheiratung, so hat sie Anspruch auf das Ganze נתארמלה או נתקדשה בין מן האווסין בין מן הנישואין גיבה את הכל. Das würde jedenfalls beweisen, daß ein Verlobungsdokument z. Z. der Mischna mindestens gang und gäbe war, und daß ein Mädchen von den ארוסין an als verheiratet galt und Witwe werden konnte (vgl. im Übrigen die Kommentat. zur Stelle). In diesem Punkte jedenfalls finden wir eine vollständige Übereinstimmung zwischen der Tradition der Mischna und der der Samaritaner. Eine bestimmte Summe wird in jedem Falle als Morgengabe vorausgesetzt, welche hier 4900, 2500, 6100 Kerita beträgt, ln cod. 870 werden dafür 9800 »Adumim« gerechnet, und da 2 Adumim wohl 1 Kerita entsprechen, so ergibt sich dieselbe Summe. Nun erfahren wir von dem Verfasser »des Buches der Unterschiede«, daß die minimale Summe des Mohär (Mäher) 50 Schekel beeträgt, also genau der Tradition entspricht, die sich im Talmud Ketubboth 10 a findet, daß Mohär 50 Schekel beträgt; vgl. hierzu נחלת שבעה zu dem Worte »Mohär« in