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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1910-01-01 · Heft 3 · p. Seite 378

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
54 (1910)
Issue
Heft 3
Article
[Rezension]
Date
1910-01-01
Page
Seite 378 (sequence 6)
Language
German
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378 Besprechungen. »Man war bis vor kurzem noch gewöhät, die arabische Sprache der jüdischen Autoren des Mittelältefs in eine besondere Klasse auszuscheidert und als »jüdisches Arabisch« besonders anzuführen; Diese Gewohnheit stützte sich auf die Beobachtung,־ daß der Sprachgebrauch der jüdisch-arabischen Literatur sich merklich von dem der muh ammedamschen äbhebt« (421). Nun War aber der Anschluß der Juden an die arabische Kultur ein so intensiver, daß es widersinnig wäre,, an einen arabischen Judenjargon zu denken (422—23). Worauf läßt sich nun die unbestreitbare Verschiedenheit des arabischen Sprachgebrauches der jüdischen Autoren von dem der muhammeäanischeri zurückführen? Darauf gibt der Verfasser die Antwort; der erwährite Unterschied habe seinen Grund darin; daß die jüdischen Schriftsteller sich mehr der im praktischen Leben gebrauchten Sprache näherteri>• während die arabischen aus religiösen Gründen sich an der Spräche des Koran halten mußten1) (426). Was iiun die arabische Sprafche des Maimonides betrifft, so schreibt er wohl kein klassisches Arabisch,, »beurteilt man dagegen die Sprache des Maimonides ah der Hand des späteren »mittelaräbischen« Sprachgebrauchs; dann muß man änerkennen, daß Maimonides ein vorzügliches Arabisch schreibt«. »Maimonidcs’ Sprache ist klar, schärf, gedrungen; voll Kraft und Saft,, außerordentlich fließend und oft von großem Wohlklang* (428). Was nun den Stil des Mäinlönides betrifft, so ist er bei ihm nur Mittel zum Zweck; um die »adäquate Übermittlung von Ideen« zu ermöglichen. Daher ist Klarheit, nicht Schönheit, der hervörstechende Zug in der Darstellung des Maimonides (430). Die Klarheit aber ist bei ihm von Bündigkeit unzertrennlich. Und auf diese bündige Kürze seines Stiles »tut sich Maimonides mit der stolzen Bescheidenheit, die ihm eigen ist, mehrfach zugute« (431). Allein Klarheit und Bündigkeit machen noch keinen charakteristischen Stil aus; dazu gehören noch andere Ingredienzien; und auch diese fehlen bei Maimonides nicht (432). Da der Stil eine adäquate Wiedergabe des Gedänkens seih soll; so verschmäht Maimonides kein Mittel; das ihm dazu geeignet erscheint. Dazu gehören bei ihm der Gebrauch von Bildern und von Vergleichen, um dem Leser die Gedanken leichter beizubringen (433), die Anwendung von Witz, der sich bei ihm in. der Form von Sarkasmus äußert (436), und der Gebrauch gereimter Wertpaare, um den Leser anzuregen iind seine Aufnahmefähigkeit 2vu steigern (437). Dadurch gewinnt sein Stil an Selbständigkeit und Bädeutung und erhäit neben der unbedingt erforderlichen Klarheit aüch die leicht entbehrliche Schönheit (438). *) Die Prüfung dieser jedenfalls interessanten Hypothese müssen* wir den Arabisten überlassen.

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