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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1910-01-01 · Heft 3 · p. Seite 353

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
54 (1910)
Issue
Heft 3
Article
Zu Jeruschalmi Berachoth 6 a, 42 und Abodah Zarah 43 b, 70
Date
1910-01-01
Page
Seite 353 (sequence 2)
Language
German
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Notizen. 353 frieden gab, so beweist dies, daß R. Jochanan den Grund des Bedenkens richtig erkannt hat. Jerusch, sagt also an 3 Stellen ausdröcklich, daß di e Fr a g e, ob m an am G ö t z enb i 1 d e vorübergehen darf, durch die Anschauung veranlaßt wurde, dasVorübergehen am Götzenbilde sei gleichsam eine Ehrenbezeugung. Wenn Krauß für seine Annahme sich auf die »Analogie mit den übrigen Fällen« beruft, so weiß ich nicht, welche übrigen Fälle er meint, und der Hinweis auf Nachum den Hochheiligen ist ein Beweis gerade dafür, daß es sich um die Scheu, dem Götzenbild Beachtung zu schenken, handelt. Denn warum wird Nachum als hochheiliger Mann bezeichnet? Weil er die Bilder auf denMiinzen nicht anzuschauen pflegte1). 2. In Berachoth 6a handelt es sich um die Frage, ob ein Aharonide sich der Torah zu Ehren verunreinigen darf: מהו שיטמא כהן לכבוד תורה. So auch Nasir 56 a. Zur Lösung dies e r Frag e werden die Erzählungen angeführt. Da nun eine andere Verunreinigung als die durch einen Leichnam den Priesfern nicht verboten ist, so kann es sich in den in Frage stehenden Erzählungen nur um טומאת מת handeln. In der Tat wissen wir aus der Mischnah Ahiloth XVIII, 9, daß im Osten und Westen Caesareas viele Gräber sich befanden2 * * * * *). ln Jer. Abodah z. III, 43 b handelt es sich also überhaupt nicht um Unreinheit und in Berachoth 6 a bloß um Verunreinigung der Priester an einem Leichnam. Es ist daher in diesen Jerusch almistellen für die Annahme, auch Nichtpriester hätten die Reinheitsgesetze beobachtet, gar kein Anhaltspunkt vorhanden. Was die Stelle bei Hieronymus betrifft, so ist aus »quasi« zu erkennen, daß »quasi immundos fugiunt« nichts arideres bedeutet als z. B. die deutsche Phrase: »meiden wie die Pest« u. ä. Haben denn etwa auch die »Haeretici« die levitischen Reinheitsgesetze beobachtet? 3. Wenn Krauß meint, daß ein Götzenbild durch אהל verunreinigt, so ist dies eine Anschauung, die der Halacha ganz fremd ist8}. Das Gegenteil wird Abodah s. 48b als selbstverständlich voraus- ג) Moed katon 25 a, Abodah sara 50 a, Jer. ibid42 ־ c, 2f.? Koheleth r. zu 9, 9. 2) Berachoth 6 a in der Erzählung von den 4 Gelehrten ist לציפורי fehlerhaft für דקסרי in Nasir 56 a. s) L. Heller zieht für einen Augenblick diese Annahme in Erwägung, weist sie aber sofort mit aller Entschiedenheit zurück, wobei er gerade Tossafoth Chullin 13a urgiert. Monatsschrift, 54. Jahrgang, 23

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