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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1910-01-01 · Heft 3 · p. Seite 323

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
54 (1910)
Issue
Heft 3
Article
Das Entschuldigungsgedicht Gabirols an Samuel ha-Nagid
Date
1910-01-01
Page
Seite 323 (sequence 3)
Language
German
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IRI
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Das Entschuldigungsgedicht Gabirols an Samuel ha-Nagid. 323 man nicht verschweigen, daß derselbe Moses Ibn Esra, der uns den Vers Gabirols aufbewahrt hat, der Dichtungen des Nagid mit ganz besonderem Lobe gedenkt und sie nicht allein wegen ihrer Gedankentiefe, sondern auch wegen ihrer schönen, edlen Sprache, wegen ihrer vollendeten Form — in diesem Punkte kann man Ibn Esra, der sich theoretisch als Kenner und praktisch als Meister der Form gezeigt hat, unbedingt glauben — und vor allem wegen ihres poetisehen Schwunges rühmend hervorhebt* 1). Ferner hätte man bedenken sollen, daß ja Gabirol selbst, auf dessen Tadel sich das so allgemein gewordene Urteil stützt2 *), sonst der Muse des Nagid überschwänglich huldigt8), und nichts berechtigt zu der Annahme, daß der allzeit aufrechte Gabriol, dessen edler Mannesstolz uns zur Bewunderung hinreißt, sich dem Nagid mit heuchlerischen Worten genaht hätte. Es wäre darum angezeigt gewesen, die Worte Moses ibn Esras behutsam zu erwägen und über seine Bemerkung nicht hinauszugehen; diese lautet4 * * *): וקד תצלץ איצא תצלצא לסיפא מן וצף לילה סלמא וסבאחה באודה אלי דם שער פקאל: וצנתה כמו שלג etc., es handelt sich also nicht um eine abfällige Kritik über die Dichtungen des Nagid im Allgemeinen, sondern nur um einen Tadel über e i n Gedicht, das Gabirol ף Steinschneider, a, a. O. p. 2458; hebräisch bei Harkavy, זכרון 1 ,לראשונים, Einleitung S. VII. 2) Rabinowitz führt in seiner Graetzübersetzung דברי ימי ישיאל. Bd. IV, S. 28, Anm. 2, auch die Worte Charisis (Tachkemoni Pf. 3) an; wie wir Charisi zu verstehen haben, habe ich in האשכול Bd. I, S. 155 näher besprochen. 8) Vgl. meinen Artikel in dieser Zeitschr. Jahrg. 1899, S. 304 ff. und die Ausführungen Kaufmanns das. 307 ff. 4) Text bei Steinschneider a. a, O. p. 2333. Die Übersetzung Fleischers bei Geiger, Salomo Gabirol, S. 139, Anm. 75 lautet: »Ferner hat er (Gabirol) von der Schilderung einer finstern Nacht und einer Hagelwolke einen feinen Übergang gemacht zum Tadel eines Gedichtes, Indem er sagt« (nun folgt der Vers ,וצנתד); Schreiner, a. a. O. spricht allerdings auch ungenau von »poemes de Samuel ha-Nagid«. ־21

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