Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 54 (1910)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Beiträge zur Geschichte und Literatur im gaonäischen Zeitalter
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 319 (sequence 15)
- Language
- German
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Beiträge zur Geschichte und Literatur im gaonäischen Zeitalter. 319 Babylonier Jose Naharwani herrührenden und zuerst von Steinschneider veröffentlichten Rezension Vorlagen1). Darnach muß,;wenn der Molad des Tischri gerade am Mittag, das. ist- 17 Stunden1080 ־ Teile, oder etwas später, eintritt,. Rosch ha-Schana um e i n en Tag verschoben werden, wenn dieser aber* ein Sonntag, Mittwoch oder Freitag ist, ^auf die: das Fest, nach der Regel לא ־אד״ו ראש, nicht fallen darf, sogar um zwei Tage. Da nun ferner der Charakter eines. Jahres von dem TermindesRosch ha-Schanafestesim laufenden und folgenden Jahre abhängt, so richtet sich darnach auch die Bestimmung der Monate Marcheschwan und Kislev als, gewöhnlich, überzählig oder defective. Neben dieser Rezension der »vier Pforten« gab es aber auch eine, welche alte palästinensische Traditionen bewahrte und lediglich in formeller Hinsicht bemerkenswert ist. Es sind dies die uns von Menachem ben Salomon in seinem, midraschartigen Pentateuchcommentar שכל טוב gegebenen 2ארבעה שערים של בני א״י). In diesen findet sich zunächst die Stundeneinteilung, nicht von 1—24, sondern von je 1—12, wie sie die Palästinenser stets hatten. Alsdann ist dort aber der Ausgangspunkt der Bestimmung des Charakters eines Jahres nicht der Molad des Tischri, sondern der des Nissan, und die Regel lautet,, daß als Grenze für die Verdrängung des ersten Nissan, und somit des Pessachfestes, um einen Tag, oder falls dieser ein Montag, Mittwoch oder Freitag ist, nach der Regel לא בדו פסח um zwei Tage, der Eintritt des Molad nach 1 Uhr (= 18 Std.) 641 Teilen, anzunehmen ist. Darnach bestimmt sich auch die Länge der Monate Marcheschwan und Kislev. In der Hauptsache kommt zwar diese Berechnungsweise zu demselben Resultat, wie die der baby- Ionischen Fassung der vier Pforten, indessen, da auch die 1) Vgl. dessen Veröffentlichung im Kerem Chemed IX., S. 41. fgg. und zuletzt in Epstein REJ. a. a. O,, S. 203—210. 2) Vgl. die Edition von Buber, Berlin 1902, S. 90—92 und Epstein in REJ. XLIV. S. 230—236, dem wir hier in unserer Darstellung folgen.