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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1910-01-01 · Heft 3 · p. Seite 318

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
54 (1910)
Issue
Heft 3
Article
Beiträge zur Geschichte und Literatur im gaonäischen Zeitalter
Date
1910-01-01
Page
Seite 318 (sequence 14)
Language
German
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318 Beitrage zur',Geschichte undLiterätüi־ •im gaöhäischeh Zeitalter Andererseits hatte ja schön"der Gaon Nächschöri,7der mindeätens 50—60 Jahre vorher wirkte, seinen Iggul verfaßt1). In der Tat aber war Palästina "hinsichtlich der ■Leistüngeh auf halächisch em Gebiet durchaus nicht auf der Höhe, die zu dieser-Zeit Aegypten, •Noirdaffikä und besönders• Kairuän;: ferner Spanien und auch SüditaTieri'7 er-• reicht hatten^ geschweige1^ dehn,:; daß seine : Schulen mit denen des Zweistromlärides sich messen konnten. Sie dienten wohl der Belehrung des Volkes, bauten die vön der1 Massöretenfämilie Ben -Ascher systematisierte Mässora aus und bewirkten das zeitweise Aufblühen eines ziemlieh gefälligen, durch die 1 * Fortbildung des altbiblischen5 Idioms bemerkenswerten Stiles5, wovon besonders auch Ben Meirs Briefe Zeugnis ablegeh, aber über ihre durchaus geringere Bedeutung in der Gesetzeskunde kann uns selbst die volltönende Aufzählung so vieler Würdenträger der palästinensischen Jeschiba in der Grußformel, die zudem dem Vorbild der babylonischen Geonini entlehnt ist2), nicht hihwegtäuscheh. Wenn Ben Meir vielleicht auch hin und wieder Anhänger für seine Meinung in Babylonien, besotiders in der ersten Zeit, gefunden hat, so haben anderseits auch nicht alle Palästinenser sich ihm angeschlossen8). Als Grundlage für die in der Kalenderberechriung eine große Rolle spielende Verlegung des Molad Tischri und somit des Rosch ha-Schanafestes dienten bekanntlich die auf alter Ueberlieferung beruhenden; sogenannten »vier Pforten«, die ד׳ שערים, die bislang uns zunächst nur in der von dem l) Vgl. hierüber Bornstein a. v. O. S. 155. ffg. 3) Vgl. Bornstein a. a. O. S. 62—63 u. ebend. Anm. 11. Bemerkenswert für die palästinensischen Zustände ist die Erwähnung der חזנים als Bestandteiles der Jeschibot, während in den babylonischen Hochschulen die תנאים genannt werden — bei Ben Meir sind sie משנים genannt, — die wahrscheinlich Liturgen waren. 3) Dies geht hervor aus dem Bericht des Karaeers Sahl ben Mazliach in Pinsker, Likkute Kadmonijot, Beilagen S. 36 : ויש אנשים משוכני א״י׳שהלכו אחר הבבליים וגם השוכנים באר^שנער הלכו •אחר אנשי א״י.

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