Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 54 (1910)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Babylonisches im babylonischen Talmud
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 270 (sequence 3)
- Language
- German
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270 Babylonisches im babylonischen Talmud. Schwieriger ist das zweite Fest בחנוני im babylon.,כנוני richtiger בנוני im jerusalem. Talmud, zu erklären. Da in der historischen Zeit der Sonnenkult eine Hauptrolle spielt, werden wir zunächst an Bu-ne-ne oder Bu-ni-ni denken, der als Bevollmächtigter und Sohn des Sonnengottes SamaS von Sippar und auch als dessen Wagenlenker einen hohen Rang im Götterstaate einnahm (vgl. Zimmern, KAT3, S. 368 und 454, 2). Wir hätten demnach die richtigere Lesart im jerusal. Talmud; das ח wurde übrigens, wie bekannt, auch in Babylonien bei der Aussprache kaum bemerkt, so daß es Bunene oder Bunini gesprochen wurde. Wir haben zunächst an einen Tag zu denken, der durch wichtige Begebenheiten oder Taten des genannten Gottes hervorragte• Erman (Die ägyptische Religion, S. 51) sagt von der ägyptischen Götterlehre in den Kalenderfesten, die, wie Jeremias, (Das AT. im Lichte des alten Orients S. 85) bemerkt, »Zug um Zug mit der babylonischen Lehre identisch ist: In der Regel gab es ein oder mehrere Hauptfeste, die an bestimmten Tagen gefeiert v/urden, an denen wichtige Ereignisse der Göttersage stattgefunden hatten, etwa am Tage, wo der Gott geboren war, oder an dem Tage, wo: er seinen Feind besiegt hatte«. Im jerusalemischen Talmud wird nun als drittes und letztes Fest כסותה genannt, im babylonischen Talmud עשר באדר. Daß das letztere nicht als zehnter Adar, sondern als Name einer Gottheit oder eines Festes gemeint sei, hat schon Brüll in dem genannten Aufsatze angenommen. Brüll denkt an eine Verstümmelung und möchte שרבאהר statt עשר באדר lesen. Es wäre dann das persische Herbstfest Sahrewar oder Scherivor (Jhrb. 1,168). Wir sind der Ansicht,, daß darunter ebenfalls ein oder zwei Glieder des Götterkreises SamaS gemeint sind. »Seine Kinder« (des Sama§ in Sippar) bemerkt Zimmern (KATS, S. 368) sind »Ketfu (eig. Recht, כנה) und MöSaru (eig. Geradheit, מישר) mit Namen«. פנה wird wohl identisch mit כסותה des jerusal. Tal-